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Stadtplanung in Flensburg : Marathon rund um die Klinik-Ost – und neue Pläne

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Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Sonntag treffen sich dort Sportler zu einem verrückten Lauf-Event. Und auch das Bauprojekt scheint voranzugehen.

Flensburg | Die seit Jahren geplante Sanierung und Umnutzung der früheren Klinik-Ost ist ein wahrer Planungsmarathon: Jetzt endlich scheint ein Baustart näher zu rücken, sollen die Bauanträge in Kürze eingereicht werden. Einen echten Marathon gibt am kommenden Sonntag auf dem weitläufigen Gelände des ehemaligen Marine-Lazaretts. Die bisher gemeldeten 15 Läufer müssen die 490 Meter lange Strecke sage und schreibe 85 mal durchlaufen. Eine kurzfristige Anmeldung direkt vor dem Start ist noch möglich, die Obergrenze liegt bei 80 Läufern.

Es ist die laufende Nummer 190 in der Reihe der „Lost Places“-Marathons des Hamburger Lauf-Freaks Christian Hottas, der selbst mitlaufen wird. Er hält den Weltrekord in der Zahl der gelaufenen Marathons: Anfang Dezember ist er in Hannover seinen 2500. Marathon gelaufen. Start und Ziel ist Sonntag um 10 Uhr an der früheren Chefarzt-Villa an der Kelmstraße; die Rennleitung ist in einer kleinen Garage untergebracht. In der Villa dürfen die Toiletten genutzt werden, Duschen gibt es nicht. Die Runden werden elektronisch gezählt.

Für kaum ein Gebäude-Ensemble passt der Begriff „lost place“ so gut wie für die seit über 20 Jahren leer stehende Klinik-Ost. Der in Flensburg lebende Kaufmann Fritz Matzen hatte vor einigen fertige Hotel-Pläne präsentiert und sogar schon eine Baugenehmigung; doch mangels Investoren ließ sich das Projekt damals nicht umsetzen. Vor rund zwei Jahren übernahm das Unternehmen Dolphin Trust aus Hannover die verfallenen Gebäude, um dort Wohnungen zu bauen. Doch lange Zeit passierte nichts, es regnete rein, und die Stadt ordnete Sicherungsmaßnahmen an, die auch durchgeführt wurden.

Jetzt hat Dolphin mit Marquardt Petersen einen Flensburger Repräsentanten, der Schlüssel für alle Gebäude hat, den Kontakt zu den Behörden hält, den Marathon ermöglicht hat und hin und wieder schon mal Anrufe und Besuche potenzieller Käufer bekommt.

Petersen berichtet, dass Dolphin erst letztes Jahr die noch völlig intakte Chefarzt-Villa hinzu gekauft habe. „Unten richten wir das Verkaufsbüro ein, oben bringen wir Bauarbeiter unter“, berichtet er. Zum Schluss sollen in der Villa drei großzügige Wohnungen eingerichtet werden. Insgesamt sind in den vier Bestandsgebäuden 51 Wohnungen vorgesehen, lediglich die nicht erhaltenswerte Isolierstation werde abgerissen. Dazu kommen zwei Neubauten mit Backstein-Fassaden, mit denen man sich an der Sonwik-Architketur orientiere. Geplant ist eine direkte Wegeverbindung zum Osbektalweg; die künftigen Bewohner dürfen, so Petersen, die Spa-Einrichtungen des geplanten Hotels „James“ nutzen.

Man sei in „intensiven Gesprächen mit den Architekten und den Projektträgern“, so Petersen, und werde „kurzfristig Bauanträge“ einreichen. Genaue Termine auch zum Baubeginn seien noch nicht zu nennen.

Die Stadt, deren Geduld von Dolphin stark auf die Probe gestellt wurde, zeigt sich jetzt „verhalten optimistisch“, so Stadtsprecher Clemens Teschendorf. „Wir hoffen ganz doll, dass es jetzt weitergeht.“ Offenbar ist jetzt auch wieder der Architekt der früher schon genehmigten Pläne mit im Boot. Über die Baugenehmigungen könne man auch steuern, in welcher Reihenfolge Sanierungen und Neubauten vorgenommen werden.

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erstellt am 02.Mär.2017 | 05:53 Uhr

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