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Flensburger Tageblatt

28. September 2016 | 20:46 Uhr

Prozessbeginn in Flensburg : Mann soll Kind in Kappeln vergewaltigt haben

vom

Er soll ein Kind bedroht und vergewaltigt haben. Jetzt hat in Flensburg der Prozess gegen einen mutmaßlichen Sexualverbrecher begonnen. Zu Beginn wollte er sich nicht äußern.

Flensburg/Kappeln | Die Vorwürfe wiegen schwer, doch der Angeklagte schweigt. Am Landgericht Flensburg hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 32-jährigen Mann begonnen, der einen zehnjährigen Jungen in Kappeln vergewaltigt haben soll. Zuvor habe er laut Staatsanwaltschaft ebenfalls versucht, nur wenige Kilometer entfernt eine Frau zum Geschlechtsverkehr zu zwingen. Sie habe den Angeklagten aber durch heftige Gegenwehr und laute Schreie von seinem Vorhaben abbringen können.

Am 15. Dezember 2014 soll der Angeklagte mit seinem Fahrrad durch Kappeln gefahren sein. Am späten Nachmittag habe er an einem Wendekreis den allein spielenden Jungen entdeckt, ihn von hinten überfallen und in ein angrenzendes Waldstück gezerrt. Wie die Staatsanwältin berichtet, habe der Angeklagte den zehnjährigen Jungen mehrfach geschlagen und ihn unter Drohungen mit vorgehaltener Waffe schwer misshandelt haben. Dabei habe er sein Opfer so fest gehalten, dass auch Würgemale am Hals entstanden. Über die Art der Waffe liegen derzeit keine genaueren Erkenntnisse vor.

Erst als der Junge bat, nach Hause gehen zu dürfen, da ihn sonst seine Mutter schlage, ließ der mutmaßliche Täter von ihm ab. Wie die Rechtsanwältin des Jungen erklärte, habe es sich dabei um eine Schutzbehauptung gehandelt. Der Angeklagte soll laut Staatsanwaltschaft gedroht haben, sein Opfer umzubringen, wenn dieses über die Tat spreche.

Erst wenige Stunden zuvor soll der 32-Jährige versucht haben, sich an einer Frau zu vergehen. An einer Bushaltestelle in Kappeln habe er sie getäuscht und nach der Uhrzeit gefragt. Doch als die Frau auf ihr Handy schaute, so verlas die Staatsanwältin die Anklageschrift, soll er ihr das Handy aus der Hand geschlagen und sein Opfer hinter ein Holzhaus gezerrt haben.

Mit einem zwölf Zentimeter langem Messer habe er sie zum Geschlechtsverkehr aufgefordert. Die Frau soll laut geschrien und sich heftig gewehrt haben. In Anbetracht der Tageszeit und der Gefahr, entdeckt zu werden, habe der Angeklagte sich dann für die Flucht auf seinem Fahrrad entschieden. Sein Opfer sei traumatisiert und mit einem Schnitt am kleinen Finger zurück geblieben.

Dem 32-Jährigen wirft die Staatsanwaltschaft nun sexuellen Missbrauchs eines Kindes und schwere körperliche Misshandlungen sowie im Fall der Frau die versuchte sexuelle Nötigung mit gefährlicher Körperverletzung vor. Der Mann wollte sich zu Beginn nicht zur Anklage äußern. Eine Dolmetscherin übersetzte dem Rumänen die Verhandlung.

Laut seiner Verteidigung wolle der Mann betonen, dass er nie eine Waffe gehabt habe. Er befindet sich aktuell in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind fünf weitere Verhandlungstage angesetzt – der nächste Termin am kommenden Dienstag. Dann soll auch die Frau als Zeugin aussagen. Dem Jungen soll nach Möglichkeit eine Aussage erspart bleiben.

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erstellt am 26.Aug.2015 | 15:30 Uhr

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