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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 06:12 Uhr

Villekula : Kunterbunte Gerichte aus dem Garten

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Verein Villekula fördert Kinder und Jugendliche mit Gartenprojekten in ihrer Entwicklung. Auch Erwachsene helfen beim Gärtnern, um abzuschalten.

Flensburg | Die „Villa Kunterbunt“ ist nicht nur Astrid-Lindgren-Fans ein Begriff. Wer hat in seiner Kindheit nicht davon geträumt, im berühmten Haus von Pippi Langstrumpf zu wohnen? Der Verein Villekula kommt diesem Kindheitstraum nahe. Auf dem Gelände am Quakenweg 20 können Kinder spielen und ihre eigenen Stärken entdecken und entwickeln. Und das alles in der freien Natur.

Reisener hat den Verein vor zwei Jahren gegründet. Während eines Praktikums in Afrika hat die Diplom-Pädagogin vor Ort ein Gartenprojekt gemacht und den Kindern dort den Bezug zur Nahrung beigebracht.

Nach ihrer Rückkehr nach Deutschland wollte die 27-Jährige auch hier ein Gartenprojekt starten. Sie machte einen Lehrgang und startete in ihrem Schrebergarten in Kooperation mit dem Ferienpass ihr erstes Projekt. Nach dem Lehrgang gründete sie Villekula und schrieb nebenbei an ihrer Diplomarbeit im Pädagogik an der Europa-Universität Flensburg. Seit März 2015 ist das Villekula Land auf dem Gelände am Quakenweg.

Villekula, das schwedische Wort für „kunterbunt“, bietet Gartenprojekte für Kinder und Jugendliche an. Bei den Gartenkindern pflanzen die jungen Leute Gemüse an, ernten es und kochen damit. Für Gründerin Tjorven Reisener ist das ein wichtiger Aspekt – auch vor dem Hintergrund von Klimawandel und Nachhaltigkeit. „Sie lernen, Lebensmittel wertzuschätzen und sind stolz, wenn sie einen Salat essen, den sie selbst angebaut haben.“ Von Reisener und den anderen ehrenamtlichen Mitarbeitern von Villekula bekommen sie Hintergrundwissen zum Anbau und zur Zubereitung. Kinder ab fünf Jahren sind bei den Gartenkindern, darunter auch zwei Flüchtlinge. Dass diese kaum Deutsch können, stört die anderen nicht. Im Gegenteil: „Es hat gut geklappt“, sagt Reisener erfreut. Sie gibt aber zu, dass die Betreuung der Flüchtlinge etwas anstrengender ist. „Man kann ihnen nicht sagen, dass sie einen Spaten holen sollen“, erklärt sie. Das müsse man anders lösen. Rund zehn Kinder kommen regelmäßig zu den Gartenkindern, mehr als 16 können die Mitarbeiter aber nicht betreuen. Reisener erzählt, dass die Kinder beim Gärtnern aufblühen, denn sie können sich ohne Angst und Druck entfalten.

Nicht nur Kinder, auch Erwachsene können im Villekula-Land bei den Gartenhelfern mit anfassen, die sich am zweiten und vierten Sonnabend im Monat treffen. Die großen Gärtner setzen die Arbeit des Nachwuchses fort und pflügen den Acker, bauen Spielgeräte oder jäten Unkraut. Auch hier beteiligen sich Syrer, Afghanen oder Iraner. Sie wollen etwas tun, erzählt Reisener, und lernen im Gegenzug praktisch Deutsch. Andere Eltern nutzen die Gelegenheit, um zu entspannen und das Handy mal für ein paar Stunden auszuschalten. In Zukunft möchte Reisener jeden Tag ein Programm am Quakenweg anbieten, denn die Nachfrage ist groß. Doch dafür braucht sie dringend mehr ehrenamtliche Helfer. Sie wünscht sich eine Zusammenarbeit mit Senioren, die ihr Wissen an die Kleinen weitergeben oder ihnen nach dem Mittagessen Geschichten vorlesen. Zurzeit arbeiten 30 Menschen bei Villekula, darunter viele Studenten. Der jüngste sei gerade 15 geworden, der älteste ist 74 Jahre alt.

 

Am ersten und dritten Sonnabend treffen sich von   10 bis 13 Uhr die Gartenkinder am Quakenweg, am zweiten und vierten Sonnabend die Gartenhelfer von  9 bis 14 Uhr.

In den Ferien bietet Villekula in der Woche von 9 bis 14 Uhr eine Betreuung an. Vom 10. bis 12. Juni findet ein Schnupperwochenende im Villekula statt, das Villekula-Camp vom 8. bis 12. August. Für beide Camps gibt es noch freie Plätze. Auch Kindergeburtstage können im Villekula-Land gefeiert werden. Wer sich informieren oder ehrenamtlich mitarbeiten möchte, kann sich bei Tjorven Reisener unter  Telefon 0176-38189600 melden.

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erstellt am 19.Apr.2016 | 11:00 Uhr

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