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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 16:36 Uhr

Zeitumstellung : Kuddelmuddel für Mensch und Tier

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zeitumstellung von Sonnabend auf Sonntag: Über eine geschenkte Stunde freut sich nicht jeder

Manchen ist es egal, andere ärgern sich umso mehr drüber - in der Nacht von Samstag auf Sonntag werden um drei Uhr nachts die Uhren wieder auf Winterzeit gestellt. Dadurch gibt es die Stunde zwischen zwei und drei Uhr morgens gleich zweimal.

Die meisten Menschen verschlafen die Umstellung und wundern sich erst, wenn sie eine Stunde früher als üblich aufwachen und trotzdem ausgeschlafen sind. Hotelfachfrau Julia A. (34) hat kein Problem mit der Umstellung. „Ich empfindet die eine Stunde länger Schlaf als positiv, auch wenn meine Freude darüber nicht wirklich groß ist, weil ich nachts generell nicht gut schlafe und es somit für mich keinen großen Unterschied darstellt,“ stellt sie fest.

Berufstätige in der Nachtschicht hingegen bekommen ein direktes Gefühl dafür, wie die Nacht plötzlich länger wird als zuvor. Schließlich verlängert sich so auch die Arbeitszeit in der Nacht um glatt eine Stunde.

Während viele sich also freuen mehr Zeit zum Schlafen oder Feiern zu haben darf so mancher eine längere Schicht ausführen. So auch die Altenpflegerin Alexandra Schügner (26). Für sie ist das Ganze ein „echtes Kuddelmuddel, ob bei Mensch oder Tier“. Nicht nur, dass ihr Hund die Welt nicht mehr versteht, sondern auch die Routine der Bewohner des Altenheims kommt durcheinander. „Die Leute werden früher wach als sonst und möchten dann sofort schon frühstücken, obwohl das zu dieser Zeit noch gar nicht möglich ist,“ beklagt Schügner.

Etwas entspannter hingegen sieht es der MAX/Phono-Betreiber Sebastian Fremgens (36). Er persönlich hat keinerlei Probleme mit der Zeitumstellung, da sein Tag-Nacht Rhythmus wegen den Wochenenden sowieso schon „gestört“ sei. Bei seinen Mitarbeitern jedoch stößt die Umstellung jedes Mal auf große Verwirrung, denn es stellt sich ihnen jedes Mal die Frage, ob sie eine Arbeitsstunde geschenkt bekommen oder ob am Ende der Schicht die tatsächliche Arbeitszeit erfasst wird, ohne jegliche Rücksicht auf Zeitumstellungen. Fragen über Fragen, doch Fremgens teilt mit, dass die eine Stunde mehr keinerlei Auswirkungen haben wird, denn so oder so gehen alle Mitarbeiter erst nach Hause, wenn sämtliche Party-Gäste ermüdet die Diskothek verlassen. „Ob eine Stunde mehr oder weniger, spiele keine Rolle“, so der Geschäftsinhaber.

Doch wie sieht es bei unserem Freund und Helfer, der Polizei aus? Franziska Jurga von der Polizeidirektion Flensburg sieht der Angelegenheit unproblematisch entgegen. „Beim ersten Polizeirevier Flensburg ist die Zeitumstellung kein Thema. Der Schicht- und Nachtdienst stellt generell einen Risikofaktor für den menschlichen Organismus dar, jedoch ist es von Person zu Person verschieden, wie er auf die eine Stunde länger arbeiten reagiert.“ Grundsätzlich könnte man aber sagen, dass der Bereich zwischen 2 Uhr und 4 Uhr als einsatzschwache Zeit bezeichnet wird. Polizisten haben in diesem Zeitraum größere Chancen kleinere Ruhepausen einzulegen um die anfallende Stunde auszugleichen.

Nach diesen Äußerungen stellt sich inzwischen die Frage, ob die zwei Mal im Jahr anfallende Zeitumstellung überhaupt noch nötig sei. „Ganz klar nein“ sagt Rainer Blaas von der Berufsfeuerwehr Flensburg. Für seine Kollegen und ihn stelle die wiederholende Umstellung auf Sommer/Winterzeit zwar keinerlei Probleme dar, jedoch sei es heutzutage nicht mehr nötig, die Uhren zu verstellen, um das Tageslicht effektiver nutzen zu können – so wie es ursprünglich geplant war.



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erstellt am 28.Okt.2016 | 18:18 Uhr

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