zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

27. Juni 2016 | 11:29 Uhr

Delfine in der Flensburger Förde : Kleiner Belt: Kommt bald ein Finnwal nach Flensburg?

vom
Aus der Onlineredaktion

Noch immer tummeln sich zwei Delfine in der Flensburger Förde. Schon bald könnten sie Gesellschaft bekommen.

Flensburg | Sie sind seit einigen Tagen die Attraktion in der Flensburger Förde: zwei Delfine, die munter neben Surfern, Tauchern und Booten schwimmen. Und auch am Donnerstag hielten sie sich dort noch auf - offensichtlich ist es ihnen nicht zu kalt. „Das zeigt, dass sie wahrscheinlich aus dem Nordatlantik stammen und niedrige Wassertemperaturen gewöhnt sind“, sagt der Experte für Meeressäuger, Dr. Andreas Pfander.

Die Delfine scharen sich um die Wassersportler - für sie ist es ein gemeinsames Spiel, sagt der Meeressäuger-Experte Dr. Andreas Pfander.

Die Delfine scharen sich um die Wassersportler - für sie ist es ein gemeinsames Spiel, sagt der Meeressäuger-Experte Dr. Andreas Pfander.

Foto: Michael Staudt
 

Er hat weitere Nachrichten, die viele erfreuen dürfte. Nach einer Vorhersage aus dem nördlichen Kleinen Belt könnten die beiden schon bald Gesellschaft bekommen: Ein Finnwal habe sich auf den Weg in Richtung Süden gemacht und werde die „Finnwalstationen“ Kolding, Appenrade, Flensburg und eventuell Eckernförde abschwimmen. „,Finnwalstationen' sind die Buchten entlang der jütischen Ostküste vom Limfjord über Vejle, Snaevringen, Apenrade bis zur Eckernförder Bucht, die Finnwale bevorzugt aufsuchen“, erklärt Pfander. Der Wal aus dem Norden könnte also überall auftauchen - und am ehesten in Flensburg.

Wann er das tut, kann man allerdings nicht sagen: „Der Wal kann mit 20 bis 30 Stundenkilometern durch den Kleinen Belt und Alsensund hierherschwimmen oder die Appenrader Bucht leerfischen“, so Pfander.

Wenn die Prognose eintritt, könnten die beiden Großen Tümmler bald Gesellschaft von einem Finnwal bekommen.

Wenn die Prognose eintritt, könnten die beiden Großen Tümmler bald Gesellschaft von einem Finnwal bekommen.

Foto: Michael Staudt
 

Das dürfte natürlich noch mehr „Meerestier-Touristen“ an die Flensburger Förde locken. Aber könnte es den Tieren eventuell zu viel werden, wenn sich ständig Taucher, Surfer und Boote um sie scharen? Viele Flensburger fragen sich das. Den Einwand gab es auch schon als Reaktion auf die Videos von shz.de - wie beispielsweise dieses hier, das die Tiere vor einem Boot schwimmend zeigt:

 

Könnten sich die Tiere also bedrängt oder gar gejagt fühlen? Andreas Pfander glaubt das nicht. „Nein, das ist Neugier, pure Freude, gemeinsames Spiel, Lust am Leben - alles zusammen“, sagt er. Ähnliches habe er selbst auf einem Katamaran im Trapez segelnd vor Djerba erlebt: Der Große Tümmler sei damals mit etwa 15 Knoten sogar zwischen beiden Rümpfen geschwommen. Interessant: Delfine und auch Schweinswale würden die von einem Boot, Katamaran oder Surfer erzeugten Wellenströmungen ausnutzen, um schneller vorwärts zu kommen. So sparen die Tiere Energie.

Doch für die Wassersportler gibt es auch Grenzen. Man solle die Tiere nie in die Enge treiben und nie hinter ihnen her paddeln, sagte Delfinforscher Harald Benke. Sie kämen schon von alleine, wenn sie etwa ein Kanu sähen. Außerdem sollte man nie vor der Schnauze rumfahren, auch Füttern verbiete sich von selbst. „Man muss bedenken, es sind Wildtiere.“ Auch einem zutraulichen Braunbären oder Wolf würde man sich wenn überhaupt nur sehr vorsichtig nähern, gibt Benke zu bedenken. Auch für den Taucher Stephan Thomsen ist klar: Anfassen gibt's nicht. „Es sind ja auch Raubtiere“, sagte er.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Feb.2016 | 16:40 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen