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Naturwissenschaftliches Museum Flensburg : Klein und fein: Raum für Wildbienen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Auf dem Museumsberg gibt die Ausstellung „BienenReich Schleswig-Holstein“ Tipps zur Förderung der Tiere

Ob nun tatsächlich schon Einstein vor dem Bienensterben warnte oder nicht: Jeder weiß, wie nützlich die Biene für den Menschen und seine Welt ist. Noch nicht jeder weiß, dass der Mensch auch etwas für die Wildbiene tun kann. Darauf aufmerksam zu machen, ist ein Ziel der kleinen und feinen Ausstellung „BienenReich Schleswig-Holstein“, die gerade mit einem Aktionstag eröffnete und bis zum 18. Juni im Naturwissenschaftlichen Museum zu sehen sein wird.

Klein, aber mit Schleswig-Holstein-Bezug sei die Ausstellung, sagt Museumsleiter Werner Barkemeyer, der bei einem Naturschutztag auf das Projekt des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds gestoßen ist. Rund 300 Wildbienenarten gebe es im Bundesland, einige seien gefährdet, andere im Rückgang. In Deutschland sollen es rund 560 Arten sein. Während das „Haustier“ Honigbiene Staaten bilde, leben fast alle Wildbienen allein, erklärt Barkemeyer. Das Weibchen kümmere sich nur um die eigene Brut, indem es in Röhren oder Halmen, die lang genug dafür sein müssen, Kammern abtrenne, einen Pollenvorrat anlege und jeweils ein Ei hinein lege. Daraus schlüpfen Larven, die den Pollen auffressen, sich häuten und durch die Kammer nagen.

Barkemeyer zieht eine überdimensionale Röhre eines Modellkoffers hervor und zeigt, wie das von innen aussieht. Nebenan liegen Röhrchen und ein Ziegelstein, die sich als Utensilien für Insekten- und Bienenhotels eignen. Der Museumsleiter warnt vor den Billigheimern aus manchem Angebot, die das Prinzip nicht verstanden haben und den Wildbienen gar nichts nützen. Im Mai werde das Museum voraussichtlich wieder eine „Hotelbau“-Aktion anbieten. In jedem Fall aber, darauf weist er hin, gebe es Führungen für Grundschulen und Kindergärten – oder man könne dort einen Bienen-Tag ausrichten. „Beim Basteln kann man biologisches Wissen spielerisch vermitteln“, beobachtet Werner Barkemeyer.

Neben den Nisthilfen kann der Mensch den Wildbienen auch beim Nahrungsangebot unter die Flügel greifen. „Je vielfältiger der Garten – umso besser“, sagt der promovierte Biologe, der selbst so einen Garten hat und eigentlich Fliegenspezialist ist. Die Bienen brauchen abwechslungsreiche Pflanzen, die von Frühling bis Herbst blühen. Das zeigen einige Ausstellungswände, das Infomaterial enthält sogar Pflanzenlisten für den Garten.

Bienen finden schließlich in der Wissenschaft aktuell mehr Beachtung; hilfreich für eine Arbeitsgruppe um einen Kieler Professor werde die museumseigene Insektensammlung sein, sagt Barkemeyer. Die stammt von einem seiner Vorgänger als Museumsleiter, von Walther Emeis. Und der war ein Wildbienenkenner.

www.bienenreich-sh.de

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erstellt am 12.Apr.2017 | 12:11 Uhr

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