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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:09 Uhr

Kielseng am Ende doch zweispurig?

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Vierspurigkeit wird nach zwei Jahren überprüft / Radwege: Planungsausschuss kassiert teure und nicht dringliche Ausbaupläne

Vor dem Klärwerk wird derzeit die Straße Kielseng neu hergestellt – vierspurig, wie von der Politik nach langer Diskussion beschlossen. SPD, Grüne und Linke konnten sich mit ihrem Vorschlag, zwei der vier Spuren für einen modernen Schnellradweg zu nutzen, nicht durchsetzen. Doch der ist noch nicht vollständig zu den Akten gelegt: In zwei Jahren könnte er doch noch kommen, wie Axel Kohrt (SPD) am Dienstag im Umwelt- und Planungsausschuss andeutete.

Man habe seinerzeit beschlossen, zwei Jahre nach Fertigstellung der Straße das Projekt zu evaluieren, so Kohrt. Wenn sich dabei herausstellen sollte, dass die Zahl der Autos weiter zurückgegangen ist, könne man die Zweispurigkeit und den Schnellradweg erneut zur Abstimmung stellen. Und womöglich kommt dann ein anderes Ergebnis zu Stande. Eine spätere Umwidmung heutiger Kfz-Spuren muss nicht unbedingt zu hohen Kosten führen ,sondern könnte mit Markierungen erfolgen.

Doch eigentlich ging es im Ausschuss um den Radweg auf der anderen Seite des Klärwerks, direkt am Wasser. Auf der Liste der Maßnahmen steht die Verbreiterung dieses Radwegs, der zudem mit gelbem Klinker wie in Sonwik gestaltet werden soll. Die geplanten Kosten in Höhe von 100  000 Euro würden sich dann aber auf bis zu 500  000 erhöhen. Nach deutlichen Worten des Grünen-Ratsherrn Stefan Thomsen wurde dieser Vorschlag jedoch als völlig unnötig und viel zu teuer gestrichen bzw. weit nach hinten geschoben.

Dasselbe Schicksal ereilte ein weiteres Projekt, das die Verwaltung auf die Liste gesetzt hatte. Auch die Verbreiterung des Radwegs an der Nordstraße von der Bismarckbrücke stadtauswärts wird vorerst nicht umgesetzt. Vorherrschende Meinung im Ausschuss: Nett, aber nicht wirklich notwendig.

Notwendig ist hingegen aus Sicht der Mehrheit des Ausschusses ein Radweg an der Schleswiger Straße stadteinwärts. Hier gibt es auf einigen Abschnitten bisher weder Fuß- noch Radweg, stattdessen nur einen Grünstreifen mit Trampelpfad. Auch auf der Seite stadtauswärts ist der Weg sicher nicht optimal. „Es ist eine Schande, wie sich der Radweg hier präsentiert!“, empörte sich Pelle Hansen (Grüne) – nicht zuletzt mit Blick auf auswärtige Radtouristen, die über diese Trasse in die Stadt gelangen. Bei einer Erneuerung, regte er an, möge man gleich den Neumarkt mit anfassen.

Die Verwaltung hatte versucht, auf Initiative des TBZ diese Maßnahme zu verschieben; man möge nochmal genau hinschauen und die Radfahrer zählen, bevor man hier Geld ausgebe. Das wurde jedoch vehement abgelehnt; wenn der Radweg neu ist, würden hier auch mehr Menschen Rad fahren.

Die besonders dringende Erneuerung des Radwegs an der Mürwiker Straße wird weiter verfolgt, hat auch höchste Priorität, wird aber trotzdem erst 2018 und 2019 realisiert, obwohl dieses Projekt mindestens seit 2014 auf der Agenda steht. Die Erneuerung wird einschließlich Planung, die für 2017 vorgesehen ist, über eine halbe Million Euro kosten.

Beschlossen wurden zudem neue Radwege an der Apenrader Straße zwischen Ostseebadweg und Lachsbach, an der Straße zur Bleiche und am Straßenzug Schützenkuhle/Zur Exe/Am Friedenshügel.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 07:54 Uhr

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