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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 04:58 Uhr

Keine Chance für neue Bahnhöfe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ratsmehrheit von SPD, CDU und Grünen lehnt Stationen für Fern- und Nahverkehr ab / Befürworter wollen weitere Untersuchungen

Insgesamt 25 Stimmen in der Ratsversammlung gegen den Bau eines neuen Bahnhofes, nur 17 dafür. Damit ist dem lange und intensiv erörterten Projekt offenbar der Papierkorb als Zukunft vorherbestimmt. Eine Umfrage der Stadtredaktion ergab: SPD-, CDU- und Grünen-Fraktion (25 Stimmen im Rat) sprechen sich gegen die Idee eines neuen Fernbahnhofes und eines Innenstadt-Bahnhofes aus, wie sie das Bahngutachten skizziert hat. SSW, WIF, FDP und Linke (17 Stimmen) sind dafür. Nach zweijähriger Aktivität der Arbeitsgruppe Bahn der Ratsversammlung wird damit eine Entscheidung voraussichtlich für die „Null-Lösung“ fallen: die Erhaltung des heutigen Bahnhofes mit Renovierungen und Verbesserungen. Vielleicht erhält die Arbeitsgruppe auch ein Mandat zur Weiterarbeit.

Fernbahnhof, eventuell in Weiche, und Nahverkehrsstation am Zob sind die unmittelbar miteinander verbundenen Bestandteile, die das Bahngutachten benannt hat. Hierzu nahm SPD-Ratsherr Axel Kohrt unmissverständlich Stellung: Er plädiert für einen Fahrradweg auf dem Innenstadt-Bahndamm. Damit wäre das Gesamtpaket geplatzt. Fraktionschef Helmut Trost sieht bei neuen Lösungen so viele Umsteigezwänge für Bahnpassagiere, dass das Konzept keinerlei Sinn für ihn macht. Es werde zudem Zeit, Gedanken an einen Bahnhofsneubau zu den Akten zu legen, damit die Bahn Sicherheit habe für Investitionen in den heutigen Bahnhof. Nach Ansicht von Trost müsse nun Schluss mit den Diskussionen zu dem Thema sein – nach der anstehenden Entscheidung und auch in den kommenden Jahren.

Und auch die CDU tendiert in diese Richtung. In dem im August veröffentlichten verkehrspolitischen Vorschlag heißt es: „Ablehnung eines Fernbahnhofs in Weiche und eines Innenstadthaltepunkts für Züge.“ Der Innenstadt-Bahndamm solle für Schnellfahrradrouten genutzt werden.

Für die Grünen ist ein funktionierender, bezahlbarer Bahnverkehr wichtig. Und der sei auch ohne Bahnhofs-Neubau zu erreichen, betont die Fraktionsvorsitzende Ellen Kittel-Wegner. Dazu sei die Sanierung des heutigen Bahnhofs notwendig.

Einen anderen Weg wollen die Befürworter des Bahnprojektes gehen. In einem gemeinsamen Antrag für den Planungsausschuss, dessen Entwurf unserer Zeitung vorliegt, plädieren der SSW und die WIF für eine Weiterarbeit der Arbeitsgruppe Bahn. Sie ist mit je einem Mitglied der Ratsfraktionen besetzt, auch ein Fachmann der schleswig-holsteinischen Nahverkehrsgesellschaft (Nah SH) ist beteiligt. Geleitet wird die Arbeitsgruppe von Kurt Neumann, bürgerliches Mitglied für die CDU im Planungsausschuss.


Die Meinung der Befürworter: Seite 8


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erstellt am 28.Okt.2016 | 07:37 Uhr

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