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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:10 Uhr

Junge Leute gestalten das Europa von morgen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

„Baltic Sea Conference“-Projekt der Auguste-Viktoria-Schule feiert 20. Geburtstag

Grenzen überwinden, dabei über den eigenen Tellerrand schauen und neue Freundschaften schließen. Seit 20 Jahren leben und lieben Schüler der Auguste-Viktoria-Schule (AVS) ihre internationale Baltic Sea Conference (BSC). Jeweils sechs bis zehn Teilnehmer aus Dänemark, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Schweden, Polen und Deutschland treffen sich jedes Jahr in einem der acht Ostseeanrainerstaaten zur Schülerkonferenz und bearbeiten aktuelle Themen.

Zum 20. Geburtstag trafen sich jetzt viele Beteiligte in die Aula der Schule. Auf der Gästeliste standen Lehrer, Eltern, Förderer, Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar, Annette de la Motte aus dem Bildungsministerium – und vor allem viele Schüler der vergangenen Projekte.

Die internationale Konferenz, die von Schülern für Schüler organisiert wird, ist 1996 von einer Klasse der AVS und deren engagierter Lehrerin Franziska von Gadow ins Leben gerufen. Die mittlerweile pensionierte Biologielehrerin wird liebevoll als „Mutter des Projekts“ bezeichnet. Ohne sie und ihre damalige neunte Klasse würde es die internationale Zusammenarbeit der Ostseestaaten nicht geben.

„Nachdem wir im Rahmen von Projektunterricht fächerübergreifend an dem Thema ’Ostsee, nur Meer oder mehr?’ gearbeitet hatten, haben sich die Schüler gefragt, warum nur ihre Meinungen über das Thema wichtig sind, und sie zeigten großes Interesse daran zu wissen, was Schüler an Schulen anderer Länder über das Thema denken“, erinnert sich von Gadow.

So fand die erste internationale Schülerkonferenz 1996 erstmals in Noer bei Eckernförde statt, mit Teilnehmern aus Estland, Finnland, Litauen, Lettland und Deutschland statt. Dörte Andressen (35) und Dörte Magnussen (35), ehemalige Schülerinnen aus dem ersten Projektjahr denken gern an die besondere Zeit zurück. „Mir ist vor allem der Abschied in Erinnerung geblieben. Alle waren hinterher emotional aufgelöst, und wir haben uns erstmal alle auf den Boden gesetzt und über all das Erlebte gesprochen“, sagt Andressen.

Neben Ausstellungen der Projektergebnisse gehören auch Kulturabende mit Tanz und Musik zu den mehrtägigen Zusammentreffen. Für Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar zeigen Musik, Tanz, Theater und Lernen die Idee Baltic Sea in allen Facetten. „Der Dialog junger Europäer wird gefördert. Diese jungen Leute gestalten das Europa von morgen und leisten einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung.“

Gefördert wird das Projekt vom Programm Erasmus+ und der Nospa. Für die Teilnahme werden Schüler ausgewählt, deren schulische Leistungen unter der zusätzlichen Arbeit des Projekts nicht leiden. Hinterher bekommen sie als Zertifikat den Euro-Pass über alle bei dem Projekt erworbenen Fähigkeiten.

Seit gestern findet die 21. Baltic Sea Conference in Uppsala, Schweden unter dem Thema „Student Hanseatic League Service Companies“ statt. Die Schüler der aktuellen 10. Klasse waren vor der Abreise schon sehr gespannt. Auf Englisch zu diskutieren und Präsentationen zu halten, macht ihnen keine Angst. „Die international aufgeteilten Zimmer finde ich gut. So schließt man ganz schnell neue Kontakte und hat auch gar keine andere Wahl, als die ganze Zeit Englisch zu sprechen“, sagt Anica Nissen (15). Die Konferenz läuft noch bis Freitag.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 18:08 Uhr

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