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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Jugendreise in eine ungewisse Partnerschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zehn Flensburger Jugendliche ab heute beim trilateralen Austausch in der Brexit-Partnerstadt Carlisle

Zehn Flensburger Jugendlichen steht derzeit eine Woche neuer Eindrücke und spannender Erfahrungen bevor: Vom 27. Juli bis 5. August nehmen sie am traditionellen trilateralen Jugendaustausch mit den Partnerstädten Carlisle im Vereinigten Königreich und Slupsk in Polen teil. Nach dem britischen „Brexit“-Votum vor einigen Wochen steht das Event unter besonderen Vorzeichen, da der aktuelle Gastgeber Carlisle ist.

„In diesem Jahr dürfte die Entscheidung Großbritanniens, die EU zu verlassen, noch keine direkten Auswirkungen haben“, lautet die einhellige Meinung auf dem abschließenden Gruppentreffen. Aber den Jugendlichen – und ihren Begleitern, Teamer genannt – eröffnet sich perspektivisch ein ganzes Bündel an Fragen: Macht Carlisle im kommenden Jahr nicht mehr mit, wenn Flensburg einlädt? Und ist der Jugendaustausch dadurch womöglich komplett in Gefahr?

Eine Rolle spielt dabei das Geld: Neben Mitteln von der Stadt fließen querfinanzierend solche aus dem europäischen Erasmus-Programm mit ein, die nach dem „Brexit“ jedoch nicht mehr für England gelten. Ob Flensburg seinen Zuschuss erhöht, scheint angesichts der schwierigen Haushaltslage fraglich, die Jugend-Begegnungsinitiative wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach kritisch hinterfragt. „Sollte der Austausch nur noch bilateral mit Slupsk stattfinden oder gar gestrichen werden, wäre das sehr schade. Denn sein Erfolg besteht einerseits in europäischen Kontakten, aber auch in Form nachhaltiger Freundschaften über die Kurse hinaus“, versichert Sarah Kietz, langjährige Begleiterin des „Trila“. Der erste Jugendaustausch dieser Art datiert übrigens auf das Jahr 1988, die Städtepartnerschaft mit Carlisle besteht seit 1961.

Und was erhoffen sich die zehn Flensburger Jugendlichen, zu gleichen Teilen Mädchen und Jungen im Alter zwischen 14 und 17, von der Fahrt? „Neue Erfahrungen sammeln und gemeinsam mit den polnischen und britischen Jugendlichen viel Spaß haben“, lautet die einhellige Erwartungshaltung. „Ich freue mich, alte Freunde wiederzusehen und auf ein schönes Gruppengefühl“, sagt Ariane, 14 Jahre jung, die bereits zum dritten Mal mitmacht. Finja (17) möchte von einem Freund wissen, warum er für den „Brexit“ gestimmt hat. Thore (15) findet es spannend, wie sich das Gastgeberland politisch entwickelt. Und Ayse (15) möchte in England studieren, „jetzt weiß ich aber nicht, ob das zukünftig noch so leicht möglich sein wird“, zweifelt sie.

Anders als in Flensburg dauert der trilaterale Jugendaustausch 2016 in Carlisle lediglich eine Woche; das Programm verspricht dessen ungeachtet viele Highlights. Von der Flensburger Kommunalpolitik haben die Jugendlichen jedenfalls den ‚Auftrag‘ mit im Gepäck, zu sondieren, wie es aus Sicht der Partnerstadt Flensburgs in der Grafschaft Cumbria im Norden Englands mit dem „Trila“ zukünftig weitergeht.


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erstellt am 27.Jul.2016 | 13:02 Uhr

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