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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 22:26 Uhr

Strandwache : Jetzt brauchen die Helfer Hilfe

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach städtischer Zusage: Rettungsschwimmer der DLRG starten Spendenaktion für ihr neues Hauptquartier Fahrensodde 20

Die Politik hat, endlich, nach acht Jahren Wartenlassen und Vertrösten die Weichen gestellt. Ende Juni beschloss die Ratsversammlung den Rettungsschwimmern der Flensburger DLRG beim Bau einer modernen Unterkunft mit einem Investitionskostenzuschuss in Höhe von 250 000 Euro unter die Arme zu greifen. Keinen Monat später läuft das Projekt auf Hochtouren. Jetzt sind die Ehrenamtlichen am Zuge. Denn der Zuschuss der Stadt bildet nicht einmal die Hälfte der Investitionskosten ab. Torsten Brocks, Vorsitzender der Flensburger Ortsgruppe, und Pressesprecherin Lisa Bombe zeigen, wo es die nächsten Monate längs geht. „Wir wollen über Spenden mindestens 150 000 Euro einwerben“, kündigt Brocks an. Weitere 150 000 Euro muss die DLRG selber stemmen. Rechtzeitig zur Saison 2018 soll alles fertig sein.

Die Grobplanung liegt längst in der Schublade. Ein schlichtes neues Zweckgebäude mit 300 Quadratmetern Stellfläche für Fahrzeuge und Gerätschaften, und weiteren 200 Quadratmetern für Schulung und Unterkunft für 16 Leute – das waren die Anforderungen an das schon seit vielen Jahren dringend benötigte DLRG-Hauptquartier. Der genaue Bauplatz auf dem städtischen Pachtgrundstück Fahrensodde 20 steht noch nicht fest, sagt Brocks. Aber es steht außer Zweifel, dass die Eigentümerin ohnehin einige der baufälligen Gebäude dort nicht mehr lange wird halten können. Die DLRG benötigt schnellen Zugang zum Wasser – also Nähe zur Seglervereinigung Flensburg mit ihrer Slipanlage für die schnellen Rettungsboote, die zum Teil mit modernen Sonargeräten für die Personensuche ausgerüstet sind.

Die Ehrenamtlichen sichern jährlich rund 20 Flensburger Wasserveranstaltungen von Dampfrundum bis zu den Nautics mit Tausenden Teilnehmern. An den Flensburger Stränden Ostseebad und Solitüde leisten sie jährlich über 2300 Wachstunden, sie sind bei Wasserrettungseinsätzen der Berufsfeuerwehr mit ihrem Boot rund um die Uhr fester Teil der Alarmierungskette, sie bilden Jahr für Jahr Hunderte von Nichtschwimmern zu Schwimmern und Schwimmer zu Rettungsschwimmern aus, sie betreuen den Nachwuchs in Ferienlagern und sie leisten noch viel mehr. Alles unentgeltlich, maximal zu Selbstkosten.

Zentrum für dieses gemeinnützige Programm ist ein abrissreifer Pavillion der ehemaligen DASA aus den 70er Jahren mit Schimmel an der Decke und Löchern in der Wand. Die Gerätschaften parken in einer wegen Einsturzgefahr eigentlich gesperrten ehemaligen Flugzeughalle nebenan. „Wir sind sehr erleichtert, dass es jetzt vorangeht“, sagt Lisa Bombe. „Das Vereinsleben war über Jahre komplett eingeschnürt. Mit dem Ziel vor Augen sehen unsere Leute: Jetzt macht es wieder Sinn!“ Die Flensburger DLRG-Sprecherin organisiert mit dem Vorsitzenden Torsten Brock die Finanzierungskampagne der Lebensretter. Bombe hat dazu ein Spendenbrett mit 24 für die Einrichtung benötigten Einzelposten im Wert von 40  000 Euro entworfen, auf dem Spender verewigt werden. Einige Firmen, so Bombe, hätten schon Arbeitsleistung als Spende angekündigt – auch dies eine willkommene Hilfe. Torsten Brocks plant die Spendenakquise in der Wirtschaft, bei Stiftungen und bei Verbänden. „Wir werden uns bald bei Unternehmen in Flensburg melden“, kündigt er an. „Jeder Cent hilft, aber wir werden auch größere Spenden benötigen.“ Die Lions-Clubs Alexandra und Fördestadt haben vorgelegt und aus den Einnahmen des Entenrennens 7000 Euro überwiesen. Brocks wollte als Privatmann mit gutem Beispiel vorangehen und hat 500 Euro gespendet. Er hofft jetzt auch, dass Vornamensvetter Torsten Albig seine Beziehungen spielen lässt. Der Landesvater hatte den Not leidenden Flensburger Lebensrettern anlässlich eines Besuchs im gammeligen Hauptquartier letztes Jahr seine Unterstützung zugesagt.

Spendenkonto DLRG Flensburg: Nord-Ostsee-Sparkasse IBAN DE 11 2175 0000 0164 9648 19

Kontakt: Spenden@flensburg.dlrg.de

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erstellt am 03.Aug.2016 | 10:45 Uhr

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