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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 23:02 Uhr

Flensburger Weihnachtsaktion : Jedes vierte Kind muss von Sozialhilfe leben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hilfe im Advent sammelt zum dritten Mal für Bürgerfonds, Schutzengel, Katharinen-Hospiz und Kinderschutzbund

Die Hilfe im Advent ist dieses Jahr sowohl Hilfsaktion für Kinder und Familien als auch für ältere Menschen in Notlagen. Der Verein Schutzengel, der Kinderschutzbund, der Kinderhospizdienst beim Katharinen-Hospiz am Park und der Bürgerfonds „Flensburg hilft“ von Diakonischem Werk, Stadt und Tageblatt haben sich zum dritten Mal zusammengetan, um im Advent Menschen in Notlagen in Flensburg und Umgebung helfen zu können.

 

Man kann noch nicht mal sagen, dass die Not in den vergangenen Jahren gestiegen sei. Es ist vielmehr so, dass die Kinderarmut in Flensburg sich verfestigt: Mehr als jedes vierte Kind in Flensburg (26,5 Prozent) gehört zu einer Bedarfsgemeinschaft, die Grundsicherung nach dem Sozialgesetzbuch II (Hartz IV) bekommt. Das sind insgesamt 2966 Kinder in der Stadt – 23 mehr als vier Jahre zuvor. Manche müssen Klassenfahrten schwänzen, und auf dem Frühstückstisch steht am Monatsende zuweilen nur Toast und Margarine.

Dabei fällt die Not in den Stadtteilen höchst unterschiedlich aus. Während es in den Einfamilien- und Reihenhäusern Tarups kaum von Armut betroffene Kinder gibt, sind es in der Neustadt deutlich mehr als die Hälfte. „Die Startchancen sind dann schon entsprechend schlechter“, sagt Volker Syring vom Verein Schutzengel, der gerade in diesen Quartieren Angebote macht.

Während sich die extrem schwierige Lage in der Neustadt zuletzt etwas besserte, schießt die Zahl in Engelsby stark nach oben.

„Ein nach wie vor sehr hohes Armutsrisiko haben Eltern, die sich scheiden“, sagt Karen Welz-Nettlau, neue Jugendfachbereichsleiterin der Stadt: „Es ist eine Herausforderung, alleinerziehend und mit allen Ausgaben konfrontiert zu sein. Der anhaltende wirtschaftliche Aufschwung scheint an dieser Gruppe ganz überwiegend vorbeizuziehen: „Es partizipiert nur der Teil, der arbeitsfähig ist“, sagt Sozialfachbereichsleiter Thomas Russ. Die Sozialhilfe steige weiter leicht an.

Auch Martina Krohn-Haut vom Kinderhaus des Kinderschutzbundes an der Marientreppe stellt fest, dass die Zahl der Anträge auf Bildung und Teilhabe unter den Familien in ihrem Einzugsgebiet in der Alt- und Neustadt immer weiter steige.

Wenn es um Alleinerziehende und Trennung geht, falle das System gänzlich auseinander, sobald in irgendeiner Form Krankheit dazukomme, hat Diakoniepastor Thomas Nolte beobachtet. Aus diesem Teufelskreis sei schwer herauszukommen.

Im Katharinen-Hospiz am Park stellen Claudia Toporski und Birgit Rath-Röhlk fest, dass die Begleitung erkrankter Eltern am stärksten wächst; sie habe sich zuletzt fast verdoppelt.

 

 

Das Konto für die Hilfe im Advent beim Katharinen-Hospiz lautet:

IBAN DE55 2175 0000 0164 7940 83 (BIC NOLADE21NOS) Spendenbescheinigungen werden ab 200 Euro ausgestellt. Spender  sollten für eine Bescheinigung im Verwendungszweck ihre Adresse angeben.  Wer nicht im Tageblatt  genannt werden möchte, verweise bitte darauf mit dem Hinweis „anonym“. Bei Spenden unter 200 Euro genügt fürs Finanzamt der Einzahlungsbeleg. Alle Spenden werden ohne Abzug von Verwaltungskosten  weitergegeben.

 

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erstellt am 26.Nov.2016 | 19:19 Uhr

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