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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 05:09 Uhr

Alte Post in Flensburg : Jeden Monat Musik in der Lobby

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Reihe „Alte Post meets music“ wird im Januar mit der Nordfriesin Cathrine Jauer neu aufgelegt – monatlich ein Hut-Konzert

Die Künstler sind handverlesen, Wilfried Krickhahn kennt zu jedem eine kleine Geschichte. Die Wandelbarkeit der Sängerin Cathrine Jauer reiche, so Krickhahn, den alle nur Wille nennen, „von der härtesten Rockröhre bis Ave Maria“. Die Nordfriesin macht den Auftakt zur Fortsetzung der Konzertreihe „Alte Post meets music“. Diese hat ihre Feuertaufe mit drei von vier geplanten Konzerten in der Hotellobby in diesem Jahr erfolgreich bestanden. Die Idee sei gut angenommen worden, sagt Krickhahn, und Kerrin Brandt fügt hinzu, dass sich viele Leute nach den nächsten Konzerten erkundigt haben. Brandt leitet das Marketing des Hotels, seit dieses im Februar vor einem Jahr eröffnete.

Der 62-jährige Wille Krickhahn und die 29 Jahre junge Kerrin Brandt haben sich zufällig kennen gelernt. Willes Band suchte seinerzeit einen Ort für ein Bandfoto, wurde gleich neben dem Proberaum im Hotel fündig – und Brandt hat den Musikern die Tür geöffnet.

Das ist im übertragenen Sinn auch die Idee hinter der Konzertreihe, die sich dann in Gesprächen zwischen dem Flensburger Kaufmann und der geborenen Sylterin entfaltete, die ihr Abi in Flensburg gemacht hat. Es ginge nicht um Profit, sondern darum, das Hotel zu öffnen und „den Flensburgern Kultur zu bieten“, erklärt Kerrin Brandt. Es sei ihr eine Herzensangelegenheit. Bis auf eine Ausnahme sind die künftigen Konzerte schließlich Hut-Konzerte – jeder gibt, was er kann.

Die Gemütlichkeit, hebt Brandt hervor, der Ort, wo früher schon Konzerte veranstaltet wurden, der sei schon etwas Besonderes. „Zurück zu den Wuzeln“, sagt sie und resümiert: „Dieses Jahr war ein Testlauf. Weil wir durchweg positives Feedback hatten, wurde uns bestätigt, dass wir das ausbauen können.“

Das Konzert mit der größten Anziehungskraft war das von Dans ma rue mit französischen Chansons. „Es gab Gäste, die Geld von oben vom chinesischen Restaurant runtergeworfen haben“, erinnert sich Wille Krickhahn amüsiert. Dabei hatte er noch Bedenken, ob überhaupt jemand angesichts des heißen Wetters kommen würde. „Das einzige, das nicht ganz einfach ist“, räumt der Musiker ein, sei die Akustik. Aber mit der neuen Platzierung der Bühne haben die beiden Initiatoren eine gute Lösung gefunden.

Im nächsten Jahr werden bei „Alte Post meets music“ jeden Monat – außer in den Sommermonaten – Künstler aus der Region auftreten. Mit Björn Paulsen kommt noch eine große, junge Stimme aus Nordfriesland, allerdings erst am 7. September. Und mit Mo Casal kommt „ganz viel „Wärme und Herzlichkeit“, findet Wille Krickhahn, dessen Herz für lateinamerikanische Musik schlägt, wie Mo sie macht. Mo kommt am 20. April nicht allein, sondern bringt den Gitarristen Michael Kelmer mit, der auch nochmal im „Sim Special Duo“ in Erscheinung tritt (16. Februar) und später am 5. Oktober mit seiner Band „Popmusik in neuem Gewand“ vorstellt.

„Noch nie habe ich ein Cello mit dieser Intensität gehört“, sagt Wille Krickhahn bewundernd über die Virtuosität eines Gabriel Koeppen, der ebenfalls in mehreren Konstellationen zu Gast sein wird. Koeppen bringt am 18. Mai Volker Linde mit – „ein Gitarrist vor dem Herrn“, schwärmt Wille über ihn. Das Konzert, das im diesjährigen Testlauf ausfallen musste, wird am 30. März nachgeholt: Sängerin Julia Böttcher präsentiert im Trio mit dem Saxophonisten Norbert Fimpel und Daniel Roth am Klavier „The finest of barmusic“.

Alle haben sofort zugesagt, sagt Wille Krickhahn erfreut darüber, dass die Konzertreihe auch bei Musikern auf Anklang trifft. „Und es macht irrsinnigen Spaß“, ergänzt er.

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erstellt am 25.Nov.2016 | 17:20 Uhr

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