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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 01:16 Uhr

Jugend programmiert : Informatik an der AVS in Flensburg: Wenn Schüler den Verkehr regeln

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Informatik zum Anfassen: Schüler der Auguste Viktoria Schule in Flensburg gehen praktisch ans Programmieren heran.

Flensburg | Es rattert und piept im Informatikraum in der Auguste Viktoria Schule (AVS) in Flensburg, die Schüler verpassen ihren Projekten hier nach drei Monaten intensiver Arbeit den allerletzten Schliff. „Das hat mehr Zeit in Anspruch genommen, als wir dachten“, sagt Mara Petersen über das Programmierprojekt, das die AVS gemeinsam mit dem Start up „Jugend programmiert“ und 1&1 Versatel in Angriff genommen hatte.

Gemeinsam mit ihrer Schulkameradin Levka Hansen (17) hat die 16-Jährige Mara ein Verkehrsschaltungssystem gebaut.  „Wir sind beide Fahrschüler“, erzählt Mara. Sie wollten herausfinden, wie die Ordnung im Straßenverkehr organisiert ist – und schufen ihre eigene in Miniaturform. Die beiden Elftklässlerinnen verbauten drei Arduinos (kleine Ein-und Ausgabegeräte, die die in den Computer eingegebenen Programmierzeilen  in Befehle für die Technik im Modell umwandeln), Bewegungssensoren und Schalter, damit sich die Schranken öffnen und schließen, LED-Leuchten als Ampeln und Straßenlaternen, eine Zeitschaltuhr  – und damit das Ganze funktioniert, unzählige bunte Kabel.

Die Arbeit mit den Materialien von „Jugend programmiert“ sei ein guter Weg, um den Schülern das Programmieren praktisch näherbringen zu können, sagt Informatiklehrer Timo Räker. Doch die finanzielle Ausstattung vieler Schulen gebe das nicht her, weiß Samuel Brinkmann, Mitgründer von „Jugend programmiert“.  Deshalb seien regionale Partner aus der Wirtschaft wichtig. Fündig wurde Brinkmann bei 1&1 Versatel. „IT ist in jedem Unternehmen vorhanden“, sagt Brinkmann. Auch Bernd Andresen, Ausbilder bei 1&1 Versatel, setzt darauf, dass durch solche Projekte Nachwuchskräfte mit soliden Grundkenntnissen in den Arbeitsmarkt kommen. Deshalb sah er eine gute Investition darin, zwei Informatikkurse  der AVS mit den Starterpaketen von „Jugend programmiert“ auszustatten – darin enthalten LED-Leuchten, Kabel, ein Arduino und ein kleines Heftchen mit Erklärungen und Aufgaben für den leichten  Einstieg.

Frustration kam dennoch manchmal auf, erzählen Levka und Mara: Wenn eine Lampe plötzlich nicht mehr funktionierte, galt es, den Fehler zu finden. Sechs Kabel führen zu nur einer Ampel – das Ganze ist mit Klebeband zusammengehalten und zur Stabilisierung durch einen Strohhalm gezogen.  Da das defekte Kabel auszumachen, sei nervenaufreibend gewesen, sagen sie. „Gut, dass wir einander hatten.“

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erstellt am 15.Jul.2016 | 20:29 Uhr

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