zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 03:09 Uhr

In drei Jahren vom Plan zum Viertel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

450 Wohnungen: Das neue Quartier Schwarzenbachtal in der Neustadt soll bis zum Jahr 2019 auf alten Industriebrachen stehen

Mit dem Viertel Schwarzenbachtal entsteht zwischen Junkerhohlweg und Eckener Straße in der Neustadt nicht nur ein Wohnquartier, dass mit rund 450 neuen Einheiten einen erkennbaren Beitrag gegen die wachsende Wohnungsknappheit in der Stadt leisten soll. Besonders stolz sind die Planer im Technischen Rathaus auf das ungewöhnliche Verfahren, mit dem sie hoffen, innerhalb von drei Jahren ein nagelneues Gebäudeensemble zu bekommen: Wenn der Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs umgesetzt wird, entstehen in vier öffentlich zugänglichen, aber halbprivaten Höfen zwölf Gebäude zwischen drei und sechs Geschossen. Das Wohnviertel soll grün und weitgehend autofrei entstehen, indem die Fahrzeuge am Ende der Sackgassen (Meiereistraße, Amselstraße oder Stiftstraße) in drei Tiefgaragen hinabfahren. Der Durchgang ist für Fußgänger und Radfahrer zwischen Eckener-Straße und Junkerhohlweg in Richtung Neustadt möglich. Eine Durchgangsstraße soll es nicht geben.

Ungewöhnlich ist vor allem, dass die potenziell bauwilligen Investoren gemeinsam in die Ideenfindung einbezogen werden, und im Frühjahr 2017 vielleicht ein Bebauungsplan herauskommt, bei dem jeder der vier Investoren vielleicht einen Hof übernimmt – oder sich am Ende ganz andere Konstellationen finden. Dabei haben sich die Investoren – Gewoba Nord eG (Schleswig), Bauplan Nord GmbH & Co. KG (Flensburg), Glockenweiß GmbH (Berlin) und Hanseatische Real Estate Finanz Holding AG (Reinbek) – verpflichtet, jeweils mindestens zu 30 Prozent im sozialen Wohnungsbau zu investieren.

Insgesamt neun Architekten- und Landschaftsplanungsbüros hatten Arbeiten zum Schwarzenbachtal eingereicht. Gewonnen hat, wie berichtet, das Planerteam Zastrow+Zastrow Stadtplaner und Architekten (Kiel) sowie kessler.krämer Landschaftsarchitekten aus (Flensburg). Noch bis Freitag können alle neun Arbeiten in der Bürgerhalle des Rathauses besichtigt werden.

Flensburgs Chefplaner Peter Schroeders hofft, dass mit diesem Projekt auch neue Bevölkerungskreise in die Neustadt ziehen: „Hier betreiben wir mit dem Wohnungsbau auch Quartiersentwicklung, die einen Entwicklungsschub für die ganze Nordstadt auslösen könnte.“ Ohnehin gilt die Neustadt mit dem Bauprojekt Skolehaven der Gewoba an der Gartenstraße, den Planungen für ein Einkaufszentrum sowie der im kommenden Jahr endlich anvisierten Uferpromenade zwischen Nordertorkai und Wasserplatz als Flensburgs aufstrebender Stadtteil.

Beim Siegerentwurf loben Schroeders und Maike Waischnor vom Sanierungsträger vor allem den durchgängigen Grünzug an den Hängen der Eckener Straße. Die sparsame Erschließung führe zu einer Entflechtung des Verkehrs: „Dadurch entsteht eine unglaublich hohe innerstädtische Wohnqualität“, glaubt Schroeders.

Von der Bundeswehrliegenschaft an der Meiereistraße sollen neben dem L-förmigen Hauptgebäude der früheren Standortverwaltung auch die kleine Halle und der Wachpavillon erhalten bleiben. Offen ist, ob zusätzlich an der Stiftstraße noch sechs kleinere Gebäude geplant werden.

Klar ist für die Stadt bereits heute, dass anstatt von ursprünglich geplanten 400 Wohnungen leicht 450 entstehen können. Dies habe schon die zweitplatzierte Arbeit von Elbberg/Blauraum gezeigt, deren Planung mühelos 470 Wohnungen unterbringen würde – samt einem großen Wasserlauf quer durch das neue Quartier. „Dieses Projekt hat gezeigt, dass mehr Wohnungen dem Gebiet nicht schaden“, erklärt Maike Waischnor. Offen ist, ob und wie die fünf bis zehn Liter Wasser, die pro Sekunde aus dem Hang der Eckener Straße strömen, in die Planung als Wasserlauf aufgenommen werden.

Auf dem dritten Platz landete ein junges Büro aus Berlin, Teleinternetcafe Architektur und Urbanismus, das eine schöne Achse durch das Gebiet gefunden habe: „Hier hat sich aber die Frage des wirtschaftlichen Bauens schnell gestellt.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 10.Aug.2016 | 23:34 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen