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Flensburger Tageblatt

22. Dezember 2014 | 22:17 Uhr

Immer mehr Jobs bei Callcentern

vom

Unternehmen kündigen in Flensburg weiteren Personalaufbau an - und suchen zunehmend auch Bewerber für Ausbildungsplätze

Flensburg | Die Callcenter-Branche, in Flensburg bereits Arbeitgeber von mehr als 1000 Beschäftigten, ist an der Förde weiter rasant auf Wachstumskurs. Das berichteten übereinstimmend Vertreter der beiden Branchenführer, Martin Aye von Carebyphone am Pferdewasser, und Michael Thewes von Perry & Knorr in der Walzenmühle. Allein das Callcenter in der Neustadt beschäftige "knapp unter 400 Mitarbeiter", berichtete Thewes, allesamt sozialversicherungspflichtig, und kündigte an: "Wir wollen 60 Mitarbeiter netto weiter aufbauen." Carebyphone in der Innenstadt beschäftigen nach Angaben von Martin Aye rund 360 Callcenter-Agenten und andere Kommunikationsfachleute. Er hofft, noch in diesem Jahr ein großes Projekt nach Flensburg zu holen, wo Carebyphone bereits zum größten seiner drei Standorte (vor Lübeck und Wuppertal) geworden ist: "Mein persönliches Ziel sind 500 Mitarbeiter", erklärte Aye vor Vertretern der Arbeitsagentur und der Berufsschule. Seit vergangenem Herbst gibt es nämlich an der Flensburger Handelslehranstalt ("Die Wirtschaftsschule") die erste Berufsschulklasse für Callcenter-Agenten: Servicekräfte oder Kaufleute für Dialogmarketing werden dort ausgebildet. Und vieles spricht dafür, dass das gestiegene Ausbildungsbedürfnis der Branchengrößen auch die Berufsschulklasse - derzeit neun Schüler - schon zum neuen Schuljahr deutlich wachsen lassen wird: Vier Betriebe hätten bereits zusammen zwölf Ausbildungsstellen gemeldet, berichtete Hans-Ulrich Gripp von der Arbeitsagentur. Allein Perry & Knorr (Standorte Berlin, Flensburg, Kiel, Parchim) möchte in Flensburg fünf Ausbildungsstellen besetzen. Das wird auch notwendig sein: Denn die Berufsschulklasse wird nur mit mindestens 15 besetzten Plätzen langfristig überleben können. Und nur so kommen die Flensburger Call-Center um den lästigen Blockunterricht ihrer Azubis in Kiel herum. Das Problem zu langer Ausbildungsblöcke brachte Personalchef Thewes von Perry & Knorr auf den Punkt: Wenn die Azubis zu lange nicht im Unternehmen sind, müssten sie sich angesichts der rasch sich verändernden Anforderung fortwährend neu einarbeiten. Neben Perry & Knorr und Carebyphone bilden in Flensburg auch die Industrie- und Handelskammer sowie die MR-Net-Group von Michael Rohbeck in diesem Beruf aus. Das neue Post-Callcenter im Motorola-Komplex ist demnach mit einem eigenen Azubi in der Berufsschulklasse noch nicht vertreten.

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Und was ist mit der Bezahlung in dieser jungen Branche, bei der Gewerkschafter in der Vergangenheit schon mal die Nase rümpften? Martin Aye von Carebyphone sagt, er habe mit Mindestlöhnen kein Problem: "Wir zahlen acht Euro pro Stunde Festgehalt plus eine variable Komponente." Wenn ein Mindestlohn höher sei, aber für alle gelte, sei das völlig in Ordnung. Die Realität sehe aber so aus, dass irgendein Callcenter in Frankfurt/Oder womöglich nur vier bis fünf Euro zahle: "Wenn der Mindestlohn für alle gilt, sind wir die ersten."

Überhaupt sagt Aye, dass die Anforderungen des Berufsbildes, das weit über Telefonie hinausgehe, unterschätzt würden: "Wir sind dabei, komplette Kundenprozesse zu übernehmen", so Aye: "Die Anforderungen wachsen in Quartalsschritten."

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von
erstellt am 22.Feb.2012 | 06:43 Uhr

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