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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

WTC Internet : Immer Ärger mit dem Provider: „Es ist zum Haare raufen!“

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Kunde aus Flensburg kämpft seit Monaten mit Leitungsproblemen – und muss trotzdem den vollen Preis zahlen.

Flensburg | Christian Sihn aus Flensburg ist der Verzweiflung nahe. Vor einem Jahr hat er mit der Firma WTC Wohnen & Telecommunication mit Sitz in Unterföhring einen Vertrag geschlossen – über einen Internetanschluss, Flatrate DSL mit einer Geschwindigkeit von bis zu 120 Mbit pro Sekunde. Kosten: 39,90 Euro pro Monat – das Modem kostet 5 Euro zusätzlich. Auch der Fernsehempfang und das Festnetz-Telefon laufen über diesen Anbieter, der in allen Wohnungen des Selbsthilfe-Bauvereins (SBV) präsent ist. Mit den Leistungen ist der Kunde aus der Eiderstraße höchst unzufrieden. Doch all seine Proteste verhallen im Nichts.

Besonders ärgerlich: „Das Internet ist zeitweise überhaupt nicht nutzbar“, schimpft Christian Sihn. „Der Provider hat seine Leitung einfach nicht im Griff.“ Bis 9 Uhr morgens sei die Welt noch halbwegs in Ordnung, doch tagsüber bewege sich der Downspeed rapide abwärts. „Es gibt unerklärliche Schwankungen“, sagt der 50-Jährige, der als gelernter Netzwerktechniker weiß, wovon er spricht. Die versprochene Geschwindigkeit werde so gut wie nie erreicht, nicht einmal annähernd. „Sie fällt bisweilen über 40 auf 20 oder gar auf nur 1 Mbit ab. 75 Prozent der Maximalgeschwindigkeit aber muss erreicht werden, sonst ist der Vertrag null und nichtig.“

Der Upload arbeite ebenso unzuverlässig. Tödlich für ein Hobby von Christian Sihn und seinem Sohn, die gern mal Videos drehen, um sie anschließend auf die Plattform YouTube hochzuladen. Unter diesen Bedingungen ist das schlechterdings nicht möglich. Sihn: „Es ist zum Haare raufen!“

Auch mit dem TV-Empfang hapert es, klagt Sihn. Wenn es regne, gebe es kein Bild bei HD-Sendern, die via Satellit eingespeist werden. Und, last but not least, gibt auch das Telefon gern mal seinen Geist auf oder der Teilnehmer am anderen Ende mutiert zu einer Mickey-Mouse-Stimme.

Der Mieter hat sich ein ums andere Mal beschwert. Ohne Erfolg. Bei ihm zu Hause stapelt sich der Mail-Verkehr. Immer wieder geben sich Mitarbeiter einer Elektrofirma die Klinke in die Hand, um Fehler zu finden oder gar zu beheben. „Ich weiß gar nicht, wie viele Stunden ich schon in der Warteschleife verbracht habe“, sagt der Frührentner, der einst bei der Lufthansa gearbeitet hat. E-Mails seien ungelesen gelöscht, andere erst nach einem halben Jahr bearbeitet worden. Die Firma habe jedoch immer auf Zahlung der monatlichen Beiträge bestanden. Trotz Androhung gerichtlicher Schritte. Kulanz? Fehlanzeige.

Von Seiten des Providers gibt es nur eine spärliche Stellungnahme. Man habe es gelegentlich mit unzufriedenen Kunden zu tun, räumt ein Sprecher ein. „Individuelle Probleme.“ Doch grundsätzlich gebe es keinen Grund zur Klage. Der SBV weiß von vereinzelten Schwierigkeiten mit den Internetverbindungen zu berichten. „Wir sind daher im Dialog mit WTC, damit die Probleme behoben werden“, erklärte Marketingleiter Matthias Weiß auf Tageblatt-Anfrage.

Christian Sihn hat die Nase inzwischen gestrichen voll, den Vertrag gekündigt und über Vodafone einen Portierungsauftrag gestellt. Ab morgen soll der neue Anbieter beweisen, dass er liefert, was er verspricht. Der Kunde aus der Eiderstraße hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben.

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erstellt am 02.Nov.2016 | 08:40 Uhr

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