zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 19:15 Uhr

Holmpassage in neuen Händen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Core Estate will den Geschäftskomplex noch vor dem Jahreswechsel übernehmen / Behutsame Umgestaltung geplant

Die Holmpassage soll aus dem Dornröschenschlaf geholt und mit einem kraftvollen Auftritt auf den Flensburger Einzelhandelsmarkt zurückkehren. So kündigt es Claudio Schmidt an, Liegenschaftsmanager bei der Corestate Capital Group (Luxemburg  /  Frankfurt), die bis zum Jahresende den Kauf der Passage vom heutigen Eigentümer, Alpha Real Capitel, abwickeln möchte.

Mit dem Niedergang der Passage, der durch zunehmenden Leerstand sichtbar wurde, will sich Schmidt auf keinen Fall abfinden. Er widerspricht auch dem in Flensburg umlaufenden Gerücht, der neue Besitzer wolle alle Mietverhältnisse beenden und die Flächen freimachen. Claudio Schmidt erklärt dazu: „Es ist doch nicht mein Interesse, die Passage leerzuräumen, sondern sie zu füllen.“ Zwei Rückschläge wird er dabei allerdings noch hinnehmen müssen: Bäcker Hansen wird sein Geschäft in der Passage zum 31. Dezember aufgeben, Thomas van Zoest (Apfelsinchen) presst Ende Januar die letzte Orange aus.

Die Marktchancen beurteilt Schmidt positiv. Die Situation des Flensburger Einzelhandels zeichne sich durch Stabilität aus. Dazu komme, dass kaum eine Stadt eine so schöne Einkaufszone herzeigen könne wie Flensburg – mit starker Anziehungskraft auf das dänische Publikum.

Die Holmpassage mache einen sehr guten Eindruck. Claudio Schmidt bezeichnet den Komplex als „ungeschliffenen Rohdiamanten“. Sicherlich habe das Gebäude seine Wehwehchen. Aber die sollen nach und nach beseitigt werden. Die Planungen der Corestate sehen dafür eine „behutsame Sanierung“ des Gebäudes vor. Dies betreffe das Erscheinungsbild der Läden oder auch die Beleuchtung. Eine Neuanlage sei für den Gastronomiebereich vorgesehen. Es sei das Ziel der Investitionen, eine Aufenthaltsqualität in der Passage zu schaffen, so dass die Besucher, die aus dem Parkhaus kommen und den Holm als Ziel haben, gerne in der Passage bleiben.

Dem neuen Inhaber sei es wichtig, gemeinsam mit den Mietern über neue Konzepte zu sprechen und im Dialog die Wünsche der Einzelhändler zu ergründen: „Wer passt zu wem, welche sinnvollen Ergänzungen sind im Haus denkbar, mit welchen Trends könnten mehr Kunden mobilisiert werden.“ Gut passen könnte nach Schmidts Meinung eine Sushi-Bar in der Passage.

Der neue Eigentümer hat auch Gespräche mit der Stadt auf der Tagesordnung. Ausgelotet werden solle, was trotz Denkmalschutz an Umgestaltungen möglich sei. Die Holmpassage sei ja ein großer Komplex, habe aber zum Holm hin nur einen kleinen Eingang. Hier wünscht sich der neue Hausherr, dass das Bauamt Möglichkeiten für ein augenfälliges Erscheinungsbild aufzeige.

Eine feste Größe im Geschehen der Passage bleibt Geschäftsführerin Gerda Thomas. Zwischen ihr und dem neuen Eigentümer gebe es vertrauensvolle Kontakte. Schmidt: „Frau Thomas ist gut vernetzt und hat gute Kenntnisse des Marktes.“ 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 28.Nov.2016 | 18:29 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen