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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:54 Uhr

Thriathlon in Glücksburg : Höchstleistungen abseits der Strecke

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Über 400 Helfer bewiesen beim 15. Ostseeman Gute-Laune-Ausdauer, Jubel-Kondition und Organisationsstärke

Rund 1500 Sportler sind beim Ostseemann gestartet. Ihre Disziplinen: 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42,195 km Laufen. Weit vor dem Startschuss und nach dem Zieleinlauf galt es noch ganz andere Disziplinen zu bewältigen: Trinkflaschenhalten am ausgestreckten Arm, Klorollenwechseln im Akkord oder Zuschauerbändigen. Am Start: über 400 Helfer von Vereinen, Polizei, DLRG, Bundeswehr, DRK und viele weitere Privatpersonen als Freiwillige.

Zwei Stunden, bevor die Schwimmer sich in die rund 19 Grad kalte Ostsee stürzten, standen Markus Tomaczak und Melanie Grabert bereits vor dem Parkplatz an der Fördetherme. Sie traten im Trikot der Feuerwehr Flensburg-Jürgensby an: dunkle Kleidung mit Reflektorstreifen. Ihre Disziplinen: Parkplatzkoordination und Zuschauerbesänftigung. „Manche sehen einfach nicht ein, dass ein paar Plätze für die Therme reserviert bleiben müssen“, erklärt Tomaczak. Da sind ruhige Nerven und Durchsetzungsvermögen gefragt. Um 6 Uhr war der Parkplatz dicht. Die beiden hatten die Situation im Griff.

Mit guter Laune waren auch Gunnar Speck und Richard Leemhuis angetreten. Im Tarnfleck-Trikot des Reservistenverbandes kombinierten sie die Disziplinen Zuschauerbändigung & Absperrwedeln. Da war reine Muskelkraft gefragt - auch wenn die provisorischen Sperrknüppel nur mit Luft gefüllt waren. Auf Dauer werden auch die schwer.

Gute Kondition in den Armen stellten auch die Männer und Frauen vom TSV Lindewitt unter Beweis, darunter Bernd Tobiesen und Dieter Koch. Für den Ostseeman traten sie mit gefüllten Trinkflaschen am ausgestreckten Arm an. „Das ist fast ein 1 Kilo pro Flasche“, weiß Tobiesen und hält auf der Radstrecke am Sandwik-Berg dem nächsten Triatlethen eine Flasche hin. „Das wird auf Dauer ganz schön anstrengend“. Am Sandwik-Berg ist auch Streckenmoderator Bernhard Vogel am Start. Er holt alles aus seinen Stimmbändern raus und ist mit Informationen und Ansagen wie „Nicole. Ich sag dir, du siehst gut aus!“, im Duathlon Motivieren und Informieren ganz vorn mit dabei.

In einer außergewöhnlichen Sportart tritt Familie Grahmann in ihren grünen Helfershirts an: Sie unterstützen die Einzelstarter in der Wechselzone dabei, aus den Neoprenanzügen in die Radlerhosen und dann von den Rad- in die Laufschuhe zu kommen - und das in Bestzeiten. Ihr Job: Sobald die Starternummer sichtbar ist, den richtigen Beutel mit den Wechselsachen greifen, zuwerfen und beim Wechsel im Durchlaufzelt zur Hand gehen. Die Grahmanns sind echte Profis. Oliver Grahmann: „Ich bin seit fünf Jahren dabei - immer dieselbe Station.“ Da sitzen die Handgriffe.

Als Teamchefin eines multidisziplinären Familienprofiteams gehört Ingeborg Bonde, in diesem Jahr mit fünf ihrer 13 Kinder, fest zu den Ostseeman-Startern in zweiter Reihe. Während die Mutter von 6 bis 22 Uhr im WC-Wagen Ausdauer im Klorollenwechsel und Putzen beweist, sorgt eine Tochter am Ausschwimmbecken in der Förderlandtherme für Sauberkeit. Vier ihrer Söhne treten zudem als Streckenposten an.

Bei einer Meisterdisziplin des Tages machen sie alle mit: Ratschen, Klatschen und Jubeln. Ganz vorne mit dabei: Familie Manthei-Perschul. Wenn es darum geht, Alleinstarter, Mann, Papa und Sohn Florian Perschul zu unterstützen, kennt ihr Einsatz keine Grenzen: „Wir sind nachher kaputter als er.“

Und während für die meisten Sportler am Abend erst einmal Erholung auf dem Plan steht und sich das DLRG-Team nach dem Adrenalinschub am frühen Morgen müde auf den Heimweg macht, heißt es für viele Helfer: „Nach dem Ostseeman ist vor dem Ostseeman.“ Zum Beispiel für Peter Petersen. Er ist seit fünf Jahren dabei, akquiriert und koordiniert die Helfer - ein Team, das auch in diesem Jahr wieder in allen Disziplinen Spitzenleistungen gezeigt hat.

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erstellt am 08.Aug.2016 | 16:43 Uhr

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