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Flensburger Tageblatt

25. April 2014 | 09:59 Uhr

- Heißer Ritt auf den Fördewellen

vom

Stürmische Wiederauflage der Robbe & Berking Classics: Windstärke 8 und Regenschauer / "Sphinx" siegt auf der großen Bahn

Flensburg | Nach der Regatta, im milden Schimmer des Einlauf-Bieres betrachtet, war es eine prima Wettfahrt gewesen. Mit reichlich Schwung kehrten am Wochenende die Robbe & Berking Classics auf die Flensburger Förde zurück. Nach sechsjähriger Pause war das 13. Familientreffen der Liebhaber klassischer Segelyachten mit Regen und viel Wind gleich eines, das Mannschaften und Booten viel Stehvermögen abverlangte.

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Bei der Preisverleihung in der Halle seiner Werft für klassische Yachten brachte Oliver Berking als Veranstalter (für den Freundeskreis Klassischer Yachten, Kiel) das Kunststück fertig, von einem wunderschönen Ostsee-Segeltag zu sprechen. Das war so einer dieser Tage, da man auf der Förde nur Berufsschiffahrt und allerhöchstens vereinzelt gefrustete Chartersegler sieht, die unter Zeitdruck und Motor ihr Schiff zur pünktlichen Übergabe steuern.

Der Wetterbericht hatte Starkwind angekündigt, mit stürmischen Böen - und dabei nicht untertrieben. Nicht alle der knapp 70 Skipper, die zur Wiederauflage der Classics gemeldet hatten, gingen auch wirklich an den Start. Und von den 43, die sich schließlich auf den Weg nach Bockholmwik bzw. Schausende und zurück machten, kehrten nicht alle mit heilen Booten zurück. Berkings "Lillevi" machte den Anfang. Die pünktlich zum Start einsetzenden Böenstaffeln zerfetzten mit 60 und mehr Stundenkilometern (Windstärke 8) das Großsegel der 10 Meter langen 6mR-Yacht. Bei der "Nautila" (Dr. Wolfgang Gresch, FSC) riss das Vorsegel. Noch schlimmer erwischte es die 6mR-Yacht "Aida" von Björn Storsberg mit dem Bruch des Achterstags. Insgesamt sieben Yachten beendeten das Rennen wegen größerer und kleinerer Blessuren nicht.

Wer aber heil durch den windigen Nachmittag kam, wurde mit rauschender Segelei und hohen Adrenalinschüben belohnt. Heftige Böen, fiese Winddreher, ruppiger Wellengang - die 13. Classics zählen mit Sicherheit zu den anspruchsvolleren Wettfahrten der 1995 aufgelegten Veranstaltungsreihe.

Auf der großen Bahn siegte standesgemäß die "Sphinx". Der ehemalige Marine-Zwölfer, von Berking in Eignergemeinschaft mit den Flensburgern Jochen Frank und Gorm Gondesen aufwändig restauriert, zeigte in jeder Hinsicht Stehvermögen. Das Flaggschiff des Flensburger Segelclubs musste nach einem Frühstart das Feld von hinten aufrollen. Vorneweg fuhren vor dem Wind die 12mR-Klassenkameradin "Thea" aus Dänemark und die pfeilschnelle Kieler 8mR-Yacht "Feo". Doch vor Holnis-Drei war es mit der Herrlichkeit vorbei. Frank und Gondesen hatten ungeachtet der Windverhältnisse ungerefft fast Vollzeug gesetzt. Unter Spinnaker hatte die als Sechste gestartete 21-Meter-Yacht den Pulk erreicht - nach drei Stunden und sechs Minuten war sie im Ziel - fast eine halbe Stunde vor der Konkurrenz. Unter Verrechnung der Handicaps freilich war der Sieg nicht ganz so deutlich. Da trennten "Sphinx" und die zweitplatzierte "Feo" nur 74 Sekunden. Auf der kleinen Bahn siegte das Knarrboot "Triton" (Kappeln) , und Skipper Klaus Birkhoff durfte den im Wechsel für große und kleine Bahn vergebenen großen Pokal mit auf sein kleines Schiff nehmen.

Oliver Berking war am Ende glücklich, dass seine Gäste den Wechsel von der Hafenspitze in den Industriehafen klaglos verkraftet hatten. Immerhin konnte er in der Abgeschiedenheit am Ostufer auf die Infrastruktur seiner Werft und des Stegnachbarn Wassersportclub Flensburg (WSF) zurückgreifen, "Die Leute fanden’s toll", sagt er. "In der Werfthalle herrschte an beiden Abenden Granatenstimmung. Und für das Wetter kann ich nichts." Der im Vergleich zu den voran gegangenen Classics geringe Zuspruch von nur rund 70 Meldungen schreckt ihn nicht. Zumal gestern beim anschließenden Tag der Offenen Tür noch hunderte von Flensburgern Werft und Bootsstege inspizierten. "Diese Veranstaltung muss und wird sich wieder etablieren." Im nächsten Jahr geht’s weiter. Bei bestem Ostseewetter.

von Holger Ohlsen
erstellt am 11.Jun.2012 | 06:36 Uhr

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