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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:39 Uhr

Heikles Bauprojekt am Fördehang

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

28 neue Wohnungen am Ballestieg: Das Vorhaben in der südöstlichen Innenstadt hatte mit Widrigkeiten zu kämpfen / Fertigstellung Ende 2017

Noch ein gutes halbes Jahr müssen Bewohner des Viertels Achter de Möhl auf den beliebten Fußweg verzichten: Im Sommer 2017, so schätzt Bauunternehmer und Investor Hermann Höft, wird der Ballestieg, der die Heinrichstraße mit der Blumenstraße verbindet, mit neuer Pflasterung freigegeben. Für das dortige Neubauprojekt in beengter Lage sei die Sperrung erforderlich gewesen, so Höft.

Mit der Fertigstellung der Tiefgarage auf dem Grundstück eines früheren Möbelhauses ist das Vorhaben gewissermaßen „aus dem Gröbsten raus“. Es grenzt direkt an den östlichen Fördehang, der mit einer Betonmauer gesichert ist. Wenige Meter weiter stehen die mehrstöckigen Wohnhäuser der Straße Sandberg.

Und denen durfte man beim Bau der Tiefgarage unter keinen Umständen das Wasser abgraben. Das bildet zusammen mit dem festen Material der eiszeitlichen Endmoräne den Untergrund; das Wasser fließt ständig unterirdisch ins Tal. Greift man in dieses Gefüge ein, kann es instabil werden. „Da kann dann auch schon mal ein Hang ins Rutschen kommen“, sagt Höft, der sich mit dem Bauen auf fließendem Wasser auskennt (u.a. Roxy-Neubebauung, Hotel Hafen Flensburg).

Doch hier ist der Hang samt den darauf gebauten Häusern stabil geblieben. Geologen waren bei der Untersuchung des Untergrunds eingebunden. Es wurden mehrere Brunnen gebohrt, um Wasserdruck wegzunehmen. Ein paar Dutzend Kubikmeter dunkelgelber Sand oder Kies an der Betonmauer zeugen noch von der Vielzahl ergriffener Maßnahmen.

Doch auch schon weit vor dem Eintreffen des ersten Abrissbaggers gab es Widrigkeiten aus dem Weg zu räumen. „Die Verhandlungen über die verkehrliche Erschließung zogen sich eineinhalb Jahre hin“, sagt Höft. Problem: Das Grundstück liegt im rückwärtigen Bereich der Heinrichstraße. Mit dem Auto erreicht man es nur über den kleinen Parkplatz der Gaststätte „Kontraste“ im Haus Heinrichstraße 15. Ohne ein Wegerecht gebe es jedoch keine Baugenehmigung, und ohne die beginnt man auch nicht mit dem Abriss des Möbelhauses, das vorher zwei bis drei Jahre leer gestanden hatte.

Zusammen mit seinen Partnern baut Höft hier 28 Eigentumswohnungen von 82 bis 140 Quadratmetern im hochwertigen Sektor. Mit vier Vollgeschossen plus Dachgeschoss orientiert man sich bei der Höhe an den Sandberg-Häusern. Der Entwurf stammt vom Büro Holt & Nicolaisen.

Die Kosten beziffert André Ketelsen, der die Wohnungen vermarktet, auf knapp 3000 Euro pro Quadratmeter, die damit in etwa auf dem Niveau anderer aktueller Bauprojekte liegen (Am Wasserturm, Alte Gärtnerei).

Die 32 Stellplätze im Keller sind erstmals unterschiedlich breit: Wer ein SUV parken will, kann mehr Platz bekommen – und entsprechend mehr zahlen als der Smart-Fahrer. Die Nachfrage nach den Wohnungen in der nicht gerade prestigeträchtigen, aber sehr innenstadtnahen Lage stellt Investoren und Vermarkter zufrieden. Auch in diesem Segment sei das Wachstum der Stadt deutlich zu spüren, so Höft.

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erstellt am 14.Nov.2016 | 07:43 Uhr

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