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Deutscher Forstverein in Flensburg : Hauptstadt des Waldes für fünf Tage

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum ersten Mal tagt der Forstverein mit über 800 Mitgliedern an der Förde – zahlreiche Exkursionen, Seminare und Ausstellung sind öffentlich.

Ein knappes Drittel der Bundesrepublik ist von Wald bewachsen (11,4 Millionen Hektar). Daran hat sich in den letzten zehn Jahren nichts geändert. Der Anteil der Laubbäume ist gestiegen, Fichten sind zurückgegangen. Es wächst mehr Holz nach als genutzt wird. Die Wälder sind naturnäher strukturiert. Das sind Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur, welche die Bundesregierung alle zehn Jahre veranlasst, sagt Carsten Wilke. Die im Herbst veröffentlichten Erkenntnisse der Inventur prägen einen der Schwerpunkte der 67. Tagung des Deutschen Forstvereins, dessen Präsident Wilke ist.

Der Verein tagt alle zwei Jahre – und in seiner 116-jährigen Geschichte zum ersten Mal in Flensburg (zum zweiten Mal in Schleswig-Holstein nach 1964 in Kiel). Im waldärmsten Bundesland. Die über 800 Anmeldungen von 6000 Vereinsmitgliedern stimmen Carsten Wilke mehr als zufrieden. Der Reiz einer Stadt am Meer, die „Schönheit, die einen einfängt“, zeigten, dass „Menschen auch über Emotionen angesprochen werden“, schwärmt er. Der im Sommer vor zwei Jahren mit Simon Faber gefasste Plan sei aufgegangen, die Organisation indes eine Herausforderung.

Der Flensburger Oberbürgermeister erinnert bei dieser Gelegenheit daran, dass die Stadt „Hotelkapazitäten aufstocken“ will. Faber freut die große Zahl der Gäste und auch, dass es gelungen sei, „Flensburg mittendrin zu definieren“. Die Tagung richte den Blick bewusst nach Skandinavien und Dänemark, bestätigt Wilke. So werde Internationales ein weiterer Schwerpunkt sein. „Der Wald endet nicht an den Grenzen Deutschlands.“ Wilke nennt Göran Persson, der am Donnerstag die Fachtagung eröffnen wird. Der ehemalige Ministerpräsident Schwedens von 1996 bis 2006 sitzt heute dem schwedischen Verwaltungsrat des Staatsforstkonzerns Sveaskog (4 Millionen Hektar) vor.

Nach vereinsinternen Treffen heute im Deutschen Haus beginnen morgen die Seminare mit fünf Themenreihen, darunter Natur- und Klimaschutz, sowie die ersten halbtägigen Exkursionen. Die gehen am Sonnabend weiter, dauern maximal zwei Tage und widmen sich dem Wald auf Amrum, dem Sägewerk Ribe oder auch der Forstwirtschaft in Hamburg. Als „gewaltig“ lobt Carsten Wilke die Resonanz: „Wir hatten 41 Fachexkursionen im Angebot. Von diesen führen wir 36 durch.“

Die Offenheit der Veranstaltung für alle Bürger – einschließlich der Exkursionen – mit Angeboten wie dem Waldmarkt und Hubertusmesse, lobt Oberbürgermeister Faber. Der Deutsche Forstverein sei keine Interessenvertretung von Waldeigentümern, erklärt sein Präsident Wilke. „Wir fühlen uns nicht draußen im Wald, sondern mitten in der Gesellschaft.“ Vielmehr verstehe sich der Verein als „Sachwalter für den Wald“, den die zentrale Frage leite: „Wie sollte ein Wald aussehen?“

Schon im Vorfeld der Tagung haben lokale Schulklassen „Unser Bild vom Zukunftswald“ gemalt. Alle Kunstwerke werden in St. Nikolai zu sehen sein und die beeindruckendsten prämiert. Zu Beginn der Festveranstaltung am Freitag um 10 Uhr im Deutschen Haus werde der „Öko-Optimist“ Michael Miersch die „Irrungen und Wirrungen der Ökologie der letzten 40 Jahre“ kritisch bilanzieren, weiß Wilke. Die französische Hubertusmesse am Abend im Rahmen eines Gottesdienstes mit 15 Bläsern soll besonders schön werden, verspricht Marcus Kühling. Der Geschäftsführer des Deutschen Forstvereins begründet das auch: „Weil wir mit der Orgel zusammenspielen“.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 17.Jun.2015 | 15:00 Uhr

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