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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 19:42 Uhr

Twedter Strandweg in Flensburg : Hangrutsch unter Beobachtung

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die Erdbewegung in Fahrensodde scheint gestoppt – das Technische Betriebszentrum denkt über den Bau einer Regenwasser-Kanalisation nach.

Flensburg | Der Hang von Fahrensodde bleibt unter Beobachtung. Im November hatte die Stadt die Eigentümer der Häuser am und oberhalb des Strandwegs angeschrieben. Es ging um den Nachweis der Standfestigkeit der Gebäude und um die Regenwassereinleitungen – dies alles vor dem Hintergrund einer wohl kritischen Stabilität. Aktuell geht die Stadt davon aus, dass die Situation unter Kontrolle ist. Im Hintergrund aber wird offenbar überlegt, ob nicht eine Regenwasserkanalisation die bessere Lösung ist. Jedenfalls rein technisch gesehen. Für die Hauseigentümer dürfte es eine teure Lösung werden.

Aktuell muss Regenwasser auf den Grundstücken „verrieselt“ werden. So will es der Bebauungsplan 35, der in den 90er-Jahren beschlossen wurde. Für neue Überlegungen sorgten Setzungen des Hangs, die mit verstärkten Regenwassereinleitungen in Zusammenhang stehen könnten. In Schreiben an die Hauseigentümer hatte die Stadt den Zustand des Hangs als „nicht tolerabel“ bezeichnet. Alteingesessene Anlieger machen Neubauten mit großen Dachflächen sowie Baumrodungen für die „Wasserschäden“ verantwortlich (wir berichteten). In jüngster Zeit wurde in dem als reines Wochenendhaus-Gebiet ausgewiesenen Hanggelände recht großzügig gebaut. Größte aktuelle Baustelle sind zwei Häuser, die auf dem ehemals städtischen Gelände des Jugend-Aufbauwerkes (mit Dauerwohnrecht) entstehen, dahinter werden auf dem Gelände zweier abgerissener alter Ferienhäuser zwei Neubauten vorbereitet. Eines dieser Häuser war im Spätsommer durch Feuer zerstört worden, die Stadt monierte hier illegale Baumfällungen, gestattete aber gleichzeitig Rodungen auf ihrem ehemaligen JAW-Grundstück.

Bezüglich der Hangsetzungen wird im Moment der Status Quo beobachtet. Status Quo meint Messpunkte, die jede Erdbewegung dokumentieren und eine Not-Umleitung des Regenwassers in die Schmutzwasserleitungen. „Wir kontrollieren das jetzt vierteljährlich“, sagt Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf. „Im Moment scheint alles okay zu sein.“

Nicht okay ist die Umleitung des Sickerwassers in den Schmutzkanal. „Das kann nur befristet eine Lösung sein“, so Ralf Leese, Sprecher des für die Entwässerung zuständigen Technischen Betriebszentrums (TBZ). Die zusätzlichen Wassermengen stellen eine zusätzliche Belastung des Klärwerks dar, die kein Dauerzustand werden könne. Leese zufolge sind von der Stabilitätsproblematik aktuell sieben Grundstücke betroffen, die von der Stadt verfügte „Umleitung“ konnte Leese nicht nachvollziehen. Das sei ohne Zustimmung des TBZ eigentlich nicht möglich, und im TBZ sei darüber nichts bekannt. Leese verweist aber darauf, dass seine Auskunft wegen der zwischen den Feiertagen herrschenden Personalknappheit unter Vorbehalt zu sehen ist. Rein rechtlich sei Regenwasser im Schmutzwasserkanal als Fehleinleitung zu bewerten – Hinweis darauf, dass dieser Zustand aus Sicht des TBZ nicht von Dauer sein könne.

Sollte der Hang weiterhin instabil bleiben, sich die bislang praktizierte Verrieselung als problematisch erweisen, müsste das TBZ als Träger der Stadtentwässerung reagieren. „Dann müssten wir eine Regenwasserleitung bauen und die Grundstücke über eine gesonderte Kanalisation entwässern. Das sind Kosten, die nach der Abwassersatzung umlagefähig sind.“

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erstellt am 03.Jan.2016 | 19:14 Uhr

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