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Flensburger Tageblatt

29. März 2017 | 15:21 Uhr

Schwarze Null : Handewitter Haushalt im Plus

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Disziplin und Rechnung nach Doppik lassen Defizit schmelzen. Der Vorsitzende des Finanzausschusses freut sich über zurückgewonnenen Gestaltungsspielraum.

Die Handewitter Finanzsituation war in der letzten Dekade nicht immer ganz überschaubar. Sie erforderte Haushaltsdisziplin und hatte zwei Haushaltssperren zur Folge. Nun, da die 2012 eingeführte Doppik – im Vergleich zu vielen anderen Gemeinden – schnell in die Spur gekommen ist und die Abschlüsse von 2012 bis 2015 vorliegen, zeigt sich: Die tatsächlichen Zahlen ergeben ein wesentlich besseres Bild als die Plangrößen der Vergangenheit. Statt einem kalkuliertem Defizit von drei Millionen Euro in vier Jahren steht unter dem Strich ein zartes Plus von 40  000 Euro. „Das ist eine schwarze Null und das Idealbild der kommunalen Steuerung“, betont Kämmerer Uwe Hansen.

Vor gut zwei Jahren erschien die Lage besonders dramatisch. Ein Minus von 1,6 Millionen Euro drohte, als Bürgermeister Thomas Rasmussen im Oktober 2014 eine Haushaltssperre beantragte. Nun steht für 2014 nur noch ein Defizit von rund 400  000 Euro in den Bilanzen. Die Gemeindegremien hatten Vorhaben auf Einsparungspotenziale abgeklopft, und die Gewerbesteuer sprudelte besser als erwartet. Die anderen Jahre fallen noch besser aus. Und der Trend? „Die nähere Zukunft dürfte ausgeglichene Haushalte bringen“, erklärt Uwe Hansen. „Riesensprünge können wir dennoch nicht machen, da wir nicht alles selbst in der Hand haben.“

Das Ergebnis ist aber eine gute Ausgangslage für den Haushalt 2017, den nun der Gemeinderat verabschiedete. Das Planwerk beinhaltet bei Aufwendungen von 20,5 Millionen Euro einen Mini-Überschuss von 15  000 Euro. „Wir haben kein strukturelles Defizit und schleppen keine finanziellen Altlasten aus früherer Zeit mit“, betont Thomas Rasmussen. „Zudem hatten wir keine Verteilungskämpfe unter den Ausschüssen.“

Bei den Ausgaben zeige sich die „kinderfreundliche Gemeinde“, erklärt Rasmussen. „20 Prozent unserer Bevölkerung ist unter 18 Jahre alt.“ So gehen laut Haushalt acht Millionen Euro der laufenden Kosten in das Schulwesen, in die Kindergärten und in die offene Jugendarbeit. Ein wenig stolz blickt man auf die Grundsteuersätze oder die Kindergarten-Beiträge, die im regionalen Vergleich auf einem eher niedrigen Niveau gehalten werden können.

Im neuen Investitionsplan der Kommune sind 2,6 Millionen Euro eingestellt, davon allein 870  000 Euro für die Erweiterung der Mensa „Schlaraffenland“, für die ein Darlehen aufgenommen und eine Förderung durch die Aktivregion beantragt werden soll.

Insgesamt sieht es derzeit so aus, dass weitere Sanierungen und Verbesserungen in vielen Bereichen der Infrastruktur (Schule, Wikinghalle, Kindergärten, barrierefreie Bushaltestelle) vorgenommen werden können, ohne den Weg des weiteren Schuldenabbaus zu gefährden. „Wir haben Handlungsspielraum und können politisch gestalten“, freut sich Gerhard Beirer, Vorsitzender des Finanzausschusses.

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erstellt am 06.Mär.2017 | 18:48 Uhr

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