zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:37 Uhr

Halbe Milliarde für den Norden

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Es sind zwar nur rund 30 Wohnungen. Doch es sind die ersten Sozialwohnungen, die die Investitionsbank (I-Bank) auf den teuren Inseln Amrum und Sylt fördert. Das berichtete Erk Westermann-Lammers, Vorstandsvorsitzender der I-Bank, gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse für das Jahr 2015.

Das aktuelle Pendant in Flensburg findet sich in der Nähe der Exe. Hier hat die I-Bank die Neubauten des Selbsthilfe-Bauvereins an der Ecke Schützenkuhle gefördert. Insgesamt flossen 2015 443 Millionen Euro von der Förderbank des Landes Schleswig-Holstein in die Stadt Flensburg sowie die Kreise Schleswig-Flensburg, Nordfriesland und Dithmarschen.

Die I-Bank, die zu 100 Prozent dem Land Schleswig-Holstein gehört und nicht gewinnorientiert arbeitet, hat sowohl den einzelnen Bürger als auch Unternehmen im Blick. Ein großer Teil des Kredit- und Fördervolumens geht in den Immobiliensektor. Hier hält der Boom unvermindert an, nicht zuletzt wegen der historisch niedrigen Zinsen: Die Fördermittel für den Norden und Westen seien von 114 Millionen auf 146 Millionen Euro gestiegen, so Westermann-Lammers. Der Löwenanteil entfällt dabei auf den Kreis Schleswig-Flensburg mit 88 Millionen (Vorjahr: 68 Millionen), gefolgt von Nordfriesland mit 23 (Vorjahr: 21 Millionen), Dithmarschen und Flensburg (17 Millionen, Vorjahr 10).

Man habe über 1000 Familien im Norden zu Wohneigentum verholfen, so der Bank-Chef, davon allein 423 im Kreis Schleswig-Flensburg. Vor allem die Gemeinden im Umland Flensburgs hätten viele Grundstücke baureif gemacht und verkauft. Der extrem hohe Anteil des Kreises bei den Immobilien habe zum Teil aber auch statistische Ursachen. Der Immobilienboom sorge zudem für volle Auftragsbücher im Handwerk und eine hervorragende Beschäftigungslage.

Immer mehr Hauseigentümer würden zudem größere Summen für die Sanierung ihrer Häuser ausgeben. Die I-Bank führt das ebenfalls auf das extrem niedrige Zinsniveau zurück: Auf der Bank gibt’s keine Zinsen, dann können wir mit dem Geld ebenso gut das Haus in Schuss bringen.

Arbeitsplätze fördern und sichern ist eine weitere Aufgabe der I-Bank, die 2015 eine Bilanzsumme von 18 Milliarden Euro aufweist. Die Tatsache, dass sich die Nachfrage des Mittelstands nach Krediten verringert hat, wertet Westermann-Lammers als Zeichen für die hervorragende Lage der Wirtschaft im Lande, einschließlich einer starken Innenfinanzierungskraft. Was benötigt wird, könne oft mit eigenen Mitteln beschafft werden. Die Beschäftigungslage sei gut, Probleme gebe es bei der Einstellung von Fachkräften, trotz der guten Arbeit der Fachhochschule. Der gute Arbeitsmarkt führe auch zu einem Rückgang bei den Existenzgründungen: Wer für gutes Gehalt einen Job bekommen kann, scheue das Risiko einer Existenzgründung. Ein großes Thema sei die Unternehmensnachfolge. Es sei wichtig, so Erk Westermann-Lammers, Nachfolger zu finden, bevor die Unternehmen verkauft werden; in schlechteren Zeiten würden Unternehmen, die ihren Sitz anderswo in Deutschland haben, im Zweifel erst die Niederlassungen in größerer Entfernung – also hier – abstoßen.

Zu den weiteren Aufgaben der I-Bank gehört die Finanzierung kommunaler Aufgaben, wobei niedrige Zinssätze bei sehr langen Laufzeiten für Gemeinden attraktiv seien. Finanziert werde kommunaler Hochbau oder auch der Breitband-Ausbau. Weiterhin fördert die I-Bank die Weiterbildung, zum Beispiel mit dem Meister-Bafög, bei dem es 2015 653 Bewilligungen gegeben habe. Gut angelaufen sei zudem die Spendenplattform wir-bewegen.sh, auf der u.a. das Flensburger Projekt „Villekula“ Spenden einwirbt.

zur Startseite

von
erstellt am 27.Apr.2016 | 14:58 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen