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Flensburger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 17:34 Uhr

Langballig : Gülle-Unfall führt zu Großeinsatz

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Starkregen überrascht einen Landwirt beim Düngen und schwemmt Gülle in einen nahe gelegenen Bach. Der Löschzug Gefahrgut muss Rohrleitungen spülen.

Es war ein unangenehmer, stechender Geruch aus dem Garten hinter dem Landhaus Unewatt, der am Montagabend einen mehr als vierstündigen Feuerwehreinsatz auslöste. Der kleine Bach, der dort durchfließt, war nach den Worten von Gastwirt Carlos Harbarth „eine einzige braune Brühe, voller Schaum und stank nach Gülle“. Auf der Suche nach Abhilfe setzte er eine Telefonkette in Gang, die über Gemeindearbeiter Hansgeorg Henningsen und Ordnungsamtsleiterin Yvonne Spring-Renken bis zum amtierenden Gemeindewehrführer Jürgen Hinrichsen und dem Vorsteher des Wasser- und Bodenverband Langballigau, Karl-Henning Diederichsen, führte. Letztere machten sich dann unverzüglich auf die Suche nach der Ursache entlang des größtenteils verrohrten Baches.

Während Hinrichsen gegen die Fließrichtung das Gewässer ablief, kam ihm Diederichsen von Bönstrup aus entgegen. Nach der Inspektion vieler Schächte trafen sie sich schließlich knapp zwei Kilometer oberhalb von Unewatt nahe der Straße von Langballig nach Grundhof. Dort hatte ein Landwirt Gülle auf einem Acker ausgebracht und begonnen sie wie vorgeschrieben, in den Boden einzuarbeiten. Ein plötzlich einsetzender Starkregen zwang den Bauern, die Arbeit einzustellen. Die Wassermenge war allerdings so groß, dass der Boden sie nicht aufnehmen konnte, stattdessen schwemmte das Wasser die Gülle in den Vorfluter.

Die zu Hilfe gerufene Feuerwehr dichtete vor Ort zwei Rohrleitungen mit aufblasbaren Kissen ab. Angesichts weiterer drohender Regenfälle arbeiteten zeitgleich drei umgehend alarmierte Landwirte mit starken Traktoren trotz der schwierigen Bodenverhältnisse die Gülle auf der betroffene Ackerfläche ein und machten sie so unschädlich.

Mittlerweile war auch der Löschzug Gefahrgut des Kreises aus Schleswig mit vier Fahrzeugen zur Unterstützung eingetroffen. Mit etwa 50 Einsatzkräften wurden die verunreinigten Rohrleitungen gespült, das verschmutzte Wasser wurde in große Güllewagen gepumpt und auf andere geeignete Felder ausgebracht. Gegen 22 Uhr, das Spülwasser war mittlerweile wieder klar geworden, wurde der Einsatz beendet.

Hinrichsen, selbst Landwirt, bezeichnet den Einsatz als sehr ungewöhnlich. „Insgesamt sind äußerst unglückliche Umstände zusammengetroffen, wie ich sie in dieser Wucht noch nicht erlebt habe.“ Der Vorfall wurde der Unteren Wasserbehörde in der Kreisverwaltung gemeldet. Dort geht es jetzt darum festzustellen, welche Auswirkungen der Gülleeintrag auf das Ökosystem Langballigau mit seinem reichen Fischbesatz hat. Für die Prüfung, ob beim Ausbringen der Gülle die sogenannte „gute fachliche Praxis“ eingehalten wurde, ist das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume zuständig.

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