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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 18:45 Uhr

Aktion in Flensburg : Grenzerfahrung – ein Schlagbaum mitten in der Fußgängerzone

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein Wärterhäuschen mitten in der Fußgängerzone am Sonnabendmittag, eine Schranke – und die Information, dass die Grenze geschlossen sei, „The Border is closed“: Die Kunstaktion ist das Abschlussprojekt vieler Veranstaltungen zum Thema „Grenze“ des deutsch-dänischen Kulturfokus, erklärt Saskia Behrmann, Leiterin der Jugendkirche. Gemeinsam mit Folke Witten-Nierade als künstlerischer Leiter, Marianne Nielsen von der Als Performance Akademi aus Sonderburg und dem Jugendcafé der Flüchtlingshilfe wollten die Akteure die Dramatik „des Themas, das beschäftigt, in den öffentlichen Raum tragen“.

Zwei Grenzer in Uniform, „eher lustig dargestellt“ von Witten-Nierade und Mathis Schwormstede, verwickeln die Passanten in eine Interaktion, erklärt Behrmann. Die Frage der Grenzer mit Megafon, ob sie wissen wollen, warum die Grenze geschlossen sei, bejahen die meisten Menschen. Doch dann hören sie nur Kauderwelsch von Folke Witten-Nierade. Rund 50 an der Performance beteiligte Jugendliche, darunter auch geflüchtete Jungen aus Afghanistan, Afrika, Syrien reihen sich nach und nach in die Schlange am Checkpoint ein. Jeder hält ein Schild mit der Aufschrift „Antrag“ und darf darauf seinen Wunsch an die Welt ergänzen, erläutert die Leiterin der Jugendkirche. Sie nennt die Begriffe „Frieden, Solidarität, Mitgefühl“ als Beispiele. Dann schwärmen die jungen Leute aus und sprechen die Fußgänger an. Die dänische Jugendgruppe tanzt dazu, singt „Imagine“ und verteilt Blumen.

Die Reaktionen beschreibt die 31-jährige Theaterpädagogin als „anders als sonst bei Theater im öffentlichen Raum“. Normalerweise werde positiv oder ausweichend reagiert, dieses Mal aber werden aus der Menge auch negative Stimmen laut. „Bleibt in eurer Heimat, dann braucht ihr keinen Pass“, zitiert sie eine und sagt, dass sie in ihrer Rolle blieb, statt darauf zu reagieren. „Das konnten wir aushalten“, betont Behrmann, „wir waren stark in unserer Gruppe.“ Die jungen Flüchtlinge haben die Kunstaktion als „toll“ erlebt, berichtet sie – und wären wieder dabei, um „die Leute aufzurütteln“.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 12:03 Uhr

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