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Flensburger Tageblatt

24. November 2014 | 14:48 Uhr

Golsmaas fest in närrischer Hand

vom

Kronsgaarder Jecken feierten unter dem Motto "Veerteihn Johr - wunderbor" Karneval / Selbst in Tarp und Flensburg lebende Stuttgarter nahmen teil

Kronsgaard | Die "Alaaf"-Wogen im Feriendorf Golsmaas schlugen wieder einmal hoch - die Stimmung bei der Prunksitzung des Kronsgaarder "Funken Root Witt" erreichte schnell ihren Höhepunkt und hielt sich bis in den frühen Morgen. "Veerteihn Johr - wunderbor", so lautete das Motto, und da brauchten sich die Jecken ganz oben im Norden direkt an der Ostsee nicht hinter denen am Rhein zu verstecken. Sie alle waren ganz im Feier-Element - der Schäfer aus Gelting mit seinen elf weißen und dem einen schwarzen Schaf ebenso wie die Simpsons, die Panzerknacker und einmal mehr auch die Wohlsen-Drillinge aus Kappeln und Büdelsdorf mit ihrem gesamten Anhang - diesmal im Zitronen-Look. Sogar in Flensburg und Tarp lebende Stuttgarter hatten sich in Golsmaas unter das närrische Volk gemischt, und stimmten mit ein in die "Alaaf"-Rufe.

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Und weil’s ein Karneval nach Kölner Art war, gab’s nicht nur einen Elferrat mit Komitee-Präsident Manfred Schmidt aus Kappeln an der Spitze, sondern auch das obligatorische Dreigestirn - auch diesmal wieder ein Stimmungs-Garant. Das Dreigestirn bildeten gestandene Mannsbilder - und das galt auch für die Jungfrau namens Sascha. Mit einem Dreitagebart und blonder Zopf-Perücke war das Sascha Lenhart aus Maasholm, 32 Jahre jung, geboren in Kirgistan, 1993 mit Oma, Tanten, Eltern und Geschwistern als Aussiedler nach Deutschland gekommen. Als er vor einem Jahr "überredet" worden war, 2012 die Jungfrau zu sein, hatte er nicht lange gezögert, sondern gern zugestimmt. Im vergangenen Jahr hatte er erstmals an der Prunksitzung teilgenommen, als normaler Karnevalist. Diesmal hatte er eine besondere Funktion, war vor dem großen Auftritt leicht irritiert: "Oh, ich habe meinen Busen vergessen." Nicht schlimm: Er griff sich zwei Toilettenpapier-Rollen und platzierte sie Busen-gerecht. Übrigens: Ehefrau Sabrina war natürlich auch dabei - als eines der weißen Geltinger Schafe.

Arnold Otto aus Kronsgaard, der vor etlicher Zeit als Jungfrau "Arnoldenia" im Dreigestirn mitmischte, war diesmal Prinz Arnold. Der aus dem Südharz stammende 54-jährige Frühpensionär - bekannt als Leuchtturm-Bauer, dessen Prunkstück touristischen Zwecken vor der Touristinfo in Kieholm dient - ist absoluter "Funken Root Witt"-Fan und weiß es genau: Der Leuchtturm von Falshöft samt Narrenkappe ist das Karnevals-Symbol von Golsmaas und prangt auf jenen Orden, die Prinz Arnold, Jungfrau Schascha und Bauer Martin reichlich verteilten und dabei mit Kamellen nicht geizten.

Bauer Martin mit Nachnamen Johannsen und in Koppelheck wohnend, ist im bürgerlichen Beruf Hausmeister im Feriendorf. Der 30-Jährige bezeichnet sich selbst als Karnevals-Wiederholungstäter - für ihn ein Heimspiel. Er ging seinen rot-weißen Bauern-Auftritt völlig entspannt an, schwang einen Dreschflegel und lief zur Höchstform auf - die Besucher dankten es ihm, dem Prinzen und der Jungfrau mit dreimaligem "Alaaf". Der Spielmanns- und Fanfarenzug Satrup ließ es sich nicht nehmen, einmal mehr mit klingendem Spiel mitzuwirken, Helmut Ernst aus Gelting stieg in die Bütt, und Jes Jessen aus Eckernförde kam als "Uwe Heiermann von der großen Freiheit in Hamburg" daher - der Beifall war ihm sicher, zumal er so manchen der Anwesenden auf seinen Reeperbahn-Bummel mitnahm.

Der 74-jährige Alois Bernemann, "Vater" des Golsmaaser Karnevals, sah das alles mit Wohlgefallen und tauchte als Musketier in das närrische Treiben ein. Er war es, der 1994, von Köln in die Gemeinde Kronsgaard gekommen, den Karneval "einschleppte" und in Nullkommanichts närrische Mitstreiter fand. Auch wenn er gebürtiger Westfale und viel in der Welt herumgekommen ist, fühlt er sich inzwischen im Herzen als Kronsgaarder. Aber vom Karneval kann und will er nicht lassen. Längst weiß der Ehrenpräsident von "Funken Root Witt", dass die Stimmung an der Ostsee der am Rhein in nichts nachsteht. Das gefällt ihm - und auch Plattdeutsch ist für ihn längst keine Fremdsprache mehr.

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erstellt am 13.Feb.2012 | 05:47 Uhr

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