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Flensburger Tageblatt

25. Oktober 2014 | 02:37 Uhr

Flensburg : Gift in Frikadellen - Vier Hunde tot

vom

Im Dezember fand ein Spaziergänger eine mit Rattengift präparierte Frikadelle. Die Polizei sucht nun nach weiteren betroffenen Hundehaltern.

Flensburg | Schon vier tote Tiere. Einige sind mit schwerwiegenden Vergiftungssymptomen noch einmal davongekommen. Hundehalter sind aufgeschreckt. Denn ein Unbekannter treibt seit Ende letzten Jahres in Flensburg-Weiche sein Unwesen. Die Polizei ermittelt - hat aber noch keine Spur.
An drei verschiedenen Stellen des Stadtteils legten der oder die Täter mit einer blauen Tablette präparierte Frikadellen aus. Die ersten Funde datieren bereits vom Dezember 2011. In einem Fall hatte ein Spaziergänger in der Gartenstadt im Bereich "Grüne Linie" , die das Wohngebiet in seiner gesamten Länge durchzieht, einen Giftköder entdeckt und bei der Polizei abgegeben.
"Die Frikadelle war mit Rattengift präpariert"
Nur wenig später zeigten drei Hundebesitzer Fälle von nachweislich vergifteten Hunden in diesem Bereich an. "Die Frikadelle wurde kriminaltechnisch untersucht, sie war mit Rattengift präpariert", sagt Polizeisprecher Matthias Glamann. Schon damals ging die Umweltpolizei davon aus, dass diese Giftköder großflächig an verschiedenen Stellen platziert worden sein könnten. Tatsächlich weitete sich das betroffene Terrain erheblich aus.
Mitte Januar gab es erneut große Unruhe unter Hundehaltern im Bereich Nikolaus-Matthiessen-Straße, Holunder- und Ahornweg. Diese drei Straßen umgeben den Weiche-Teich, ein beliebtes Auslaufgebiet für Vierbeiner. Dort soll es, wie Anwohner berichten, auch schon zu einem Todesfall gekommen sein - ein kleiner Mischling musste dran glauben.
Polizei bittet um besondere Aufmerksamkeit
Eine Hundehalterin berichtet, dass auch mit Rasierklingen gespickte Fleischbrocken aufgetaucht sein sollen. "Seit zwei Wochen ist der Hundehasser bei uns Gesprächsthema Nummer eins", ergänzt eine Nachbarin. Hundehalter würden den Teich seitdem meiden. Inzwischen gibt es einen regen Austausch Betroffener über das Online-Netzwerk "Facebook". Großes Glück hatten Cora und Ingo George aus dem Holunderweg, deren 50 Kilo schwerer Schlittenhund "Nanook" eines Tages völlig lethargisch in der Ecke lag. Fieber. Schmerzen. Ein Tierarzt attestierte die Vergiftung, verabreichte Penicillin-Spritzen und ein Mittel, um die Leber zu reinigen. "Nach drei bis vier Tagen ging es wieder bergauf", zeigt sich Ingo George erleichtert. Wo das Malheur passiert sein kann, weiß er nicht genau. Denn die Grünflächen um den Baggersee hinter dem ehemaligem Motorola-Gebäude gehört auch zu "Nanooks" bevorzugtem Revier.
Dort geht auch Nadja Zothe mit ihrem Schweizer Sennenhund gern spazieren. "Man darf die Tiere einfach nicht mehr von der Leine lassen", rät sie. "Die Angst geht um." Gerade ältere Hundehalter seien verunsichert. "Für sie ist ihr Tier manchmal der einzige Halt." Besonders bei dem schneebedeckten Boden ist die Situation sehr unübersichtlich - und damit gefährlich. Nicht nur für Hunde, sondern auch für Katzen, unter denen es auch schon Opfer gegeben haben soll.
Die Polizei sucht weiterhin Zeugen, die im Bereich Weiche verdächtige Beobachtungen gemacht haben. Zudem werden alle Hundehalter und Personen, die mit Hunden spazieren gehen, um besondere Vorsicht und Aufmerksamkeit gebeten.
Hinweise nimmt der Umweltschutztrupp vom Polizei-Bezirksrevier unter der Telefonnummer 0461- 4844311 entgegen.

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erstellt am 05.Feb.2012 | 02:49 Uhr

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