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Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 06:13 Uhr

Bei Tarp : Gefahrgut-Unfall: A7 musste in der Nacht nochmal gesperrt werden

vom

Nach der Freigabe am Nachmittag gab es nochmal Probleme: Die Spedition hatte ein falsches Fahrzeug zum Umpumpen geschickt. Zuvor war giftiges Naphtalin aus einem LKW getropft.

Tarp | Weil eine Gefahrgutflüssigkeit aus einem Tanklastzug auslief, hat die Polizei am frühen Mittwochnachmittag die A7 zwischen den Anschlussstellen Tarp und Schleswig/Schuby (Kreis Schleswig-Flensburg) in beide Fahrtrichtungen komplett gesperrt. Bei der Flüssigkeit handelte es sich um die leicht entzündliche Flüssigkeit Naphtalin, die giftige Dämpfe entwickle, sagte ein Polizeisprecher. Nachdem die Vollsperrung der Autobahn 7 gegen 16 Uhr aufgehoben werden konnte, musste die Sperrung für die Bergungsarbeiten gegen 23 Uhr wieder eingerichtet werden. Erneut musste der Verkehr an der Anschlussstelle Tarp in Richtung Süden bzw. an der Anschlussstelle Schleswig/Schuby in Richtung Norden umgeleitet werden.

Erst rund elf Stunden nach Einsatzbeginn hatte die zuständige Spedition ein Tankfahrzeug zum Umpumpen des flüssigen Naphtalin vor Ort. Ein zuvor angerücktes Fahrzeug, war für das Umpumpen ungeeignet.

Die rund 24.000 Liter im Tank konnten in der Nacht zu Donnerstag umgepumpt werden. Während der Maßnahmen standen Feuerwehrleute unter schwerem Atemschutz für den Ernstfall bereit. Es ging glücklicherweise aber alles gut. Der defekte Tanklastzug wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft sichergestellt und soll nun von einem Sachverständigen untersucht werden.

Was war vorher passiert?

Ein Lastwagenfahrer hatte gegen 11.30 Uhr bemerkt, dass aus einem vorausfahrenden Tanklastzug in Richtung Hamburg Flüssigkeit austrat. Der Gefahrgut-Lastzug wurde auf einen Parkplatz gesteuert. Das Leck sei inzwischen geschlossen, teilte die Polizei mit.

Als die ersten Kräfte der Feuerwehr auf der Rastanlage eintrafen, war eine kleine Pfütze des Stoffes sowie einige Tropfen in der Zufahrt feststellbar. Dieser Stoff verdampfte jedoch schnell.

Die Feuerwehr erkundete unter Atemschutz zunächst die Lage und verschaffte sich ein Bild von dem Leck. Die Einsatzkräfte des Gefahrgut-Löschzuges überprüften in speziellen Schutzanzügen den Stoff und konnten bestätigen, dass es sich um deklariertes Naphthalin handelt, welches beim Einatmen schwere Reizungen der Atemwege, Übelkeit, Erbrechen und Verwirrtheitszustände auslösen kann.

<p>Feuerwehrmänner des Gefahrgut-Löschzuges in speziellen Schutzanzügen machen sich an die Arbeit.</p>

Feuerwehrmänner des Gefahrgut-Löschzuges in speziellen Schutzanzügen machen sich an die Arbeit.

Foto: Sebastian Iwersen
 

Da ein weiteres Austreten des Stoffes bei der Weiterfahrt des Lastzuges nicht ausgeschlossen werden konnte, untersagte die Polizei die Weiterfahrt. Es wurde ein Ersatz-Tanklastzug angefordert, um die rund 24.000 Liter des Stoffes, der vornehmlich als Hilfsstoff für die Erzeugung von Lösungsmitteln, Weichmachern und Kraftstoffzusätzen sowie Insektengiften genutzt wird, um zu pumpen

Aus Sicherheitsgründen und aufgrund wechselnder Windrichtungen entschieden die Einsatzkräfte, die Autobahn zwischen den Anschlußstellen Tarp und Schuby in beiden Richtungen voll zu sperren und den Verkehr umzuleiten.

Aktuelle Verkehrsinformationen auf www.shz.de/verkehr.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 06:58 Uhr

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