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Flensburger Tageblatt

23. November 2014 | 05:32 Uhr

Flensburger Codex : Frauen in die Aufsichtsräte

vom

Die Kontrolle städtischer Unternehmen soll nach der Kommunalwahl weiblicher werden - so ist es im Flensburger Codex beschlossen.

Flensburg | Beim Anteil weiblicher Kontrolleurinnen in Aufsichtsgremien sollte die Stadt Flensburg doch eigentlich besser aufgestellt sein als jeder Dax-Konzern. Aber ist sie das auch?

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Um Siemens, Daimler & Co Druck zu machen, hat die Europäische Kommission vorgeschlagen, dass in börsenorientierten europäischen Unternehmen bis 2020 mindesten vier von zehn Aufsichtsratsmitgliedern weiblich sein sollen. Auch der Bundesrat hat sich dafür ausgesprochen, dass der Frauenanteil - in fünf Jahren - mindestens 20 Prozent betragen muss, in zehn Jahren mindestens 40 Prozent.

Doch obwohl die Flensburger Politik vier weibliche Ratsfraktionsvorsitzende zählt und im vergangenen Jahr einstimmig einen eigenen Codex verabschiedet hat, der Frauen gleichstellen soll, bleibt auch im Konzern Stadt Flensburg für seine Kontrollgremien ebenso viel zu tun wie für die meisten Unternehmen: "Die Übersicht der derzeitigen Geschlechterverhältnisse in unseren Flensburger Aufsichtsräten, zeigt, dass der Frauenanteil lediglich 16 Prozent beträgt", hat Flensburgs Gleichstellungsbeauftragte Verena Balve ausgerechnet.

Dass der Anteil überhaupt so hoch ist, verdankt Flensburg streng genommen der WiF. Da die Wählerinitiative ihre Fraktionsvorsitzende Erika Vollmer zur Hauptausschussvorsitzenden gemacht hat, die automatisch auch der Gesellschafterversammlung vorsitzt, ist Vollmer heute in einer Vielzahl städtischer Gesellschaften als Kontrolleurin präsent: Stadtwerke-Aufsichtsrat, TBZ-Verwaltungsrat, Aufsicht über die Friedhöfe und die städtische Tourismus-Gesellschaft FFT oder die gemeinsame Wirtschaftsförderung Wireg mit dem Kreis. Dort überall hat Vollmer festgestellt: "Bei den Frauen wird eher kritisch nachgeguckt: Mal sehen, ob die das können."

Mit der Kommunalwahl in diesem Mai werden auch die städtischen Gremien neu besetzt. Und Bürgermeister Henning Brüggemann weist auf den Flensburger Codex hin, eine Selbstverpflichtung, die eben auch Frauen bis zur Gleichbehandlung fördern soll. Er sagt: "Das bedeutet im Umkehrschluss: Sollten wir es nicht machen, müssen wir uns erklären."

CDU-Chef und und Ratsherr Arne Rüstemeier, der mit dem Planungsausschuss dem einzigen rein männlichen Gremium des Rates vorsitzt, sagt: "Bisher wird ja politisch besetzt. Kompetenz muss aber an erster Stelle stehen." Dazu hat WiF-Fraktionsvorsitzende Erika Vollmer eine ganz dezidierte Meinung: "Ehrlicherweise muss man sagen, dass die Kompetenz bislang an letzter Stelle stand."

Wer bewegt...? Wen...? Wohin...? Wie und Wann...? Wie ist die Situation in Flensburg? Referentinnen: Dr. Kirsten Soyke (Rechtsanwältin, Hamburg), Ellen Eichmeier (Juristin und Leiterin der Rechtsabteilung der Stadt). 28. Februar, 19 bis 21 Uhr, Rathaus, Flensburg-Zimmer. Der Abend ist kostenfrei. Kontakt: Gleichstellungsbüro; 852806, balve.verena@stadt.flensburg.de

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erstellt am 22.Feb.2013 | 07:21 Uhr

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