zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 12:40 Uhr

Neues Konzept : Flüchtlinge: Stadt holt Awo und Diakonie ins Boot

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ein neuer Vertrag beinhaltet ein umfangreiches Betreuungskonzept. 40 Mitarbeiter sind für 1200 Asylsuchende zuständig.

Flensburg | Großes Aufgebot im 13. Stock. Eine zehnköpfige Phalanx aus Vertretern der Stadt, Arbeiterwohlfahrt und Diakonie stellte im Flensburg-Zimmer des Rathauses ihr Konzept für die Asylbewerberunterkünfte in der Stadt vor. Ein überfälliges Konzept. Denn die soziale Betreuung in den zehn großen Unterkünften und 80 angemieteten Wohnungen für aktuell 1200 Menschen birgt große Herausforderungen – von der Belegungsplanung bis hin zur Überführung in die Migrationsfachdienste.

„Das Thema Unterbringung und Integration wird immer wichtiger“, stellte denn auch Uta Weinerdt-Höfer, Fachbereichsleiterin Einwohnerservice und Willkommenskultur, fest. Sie erinnerte an die hohen Zuweisungszahlen im dritten und vierten Quartal des letzten Jahres, die mit wenig Personal, aber viel Motivation bewältigt werden mussten. Schon damals hätten sich Awo und Diakonie als verlässliche Partner erwiesen. Durch den bereits zu Jahresbeginn unterzeichneten Vertrag, der auf drei Jahre ausgelegt ist, erhält die Kooperation nun ein festes Fundament. „Wir haben von beiden Seiten das Beste zusammengetragen“, sagte Weinerdt-Höfer. Und Diakonie-Pastor Thomas Nolte ergänzte: „Auf dieser Grundlage ist ein nachhaltiges, beruhigtes Arbeiten möglich. Aber ich habe vor dieser Aufgabe einen großen Respekt.“

Es gibt nicht nur Harmonie, sondern auch Probleme in den Unterkünften. Darauf wies Michael Treiber (Awo Interkulturell) hin. Man brauche ein Management bei internen Konflikten zwischen verschiedenen Ethnien, zur Pflege einer guten Nachbarschaft und als Orientierungshilfe in einem völlig neuen Wohnumfeld. „Das darf man dem Ehrenamt allein nicht überlassen.“

Sowohl das Diakonische Werk als auch die Awo stellen jeweils zehn pädagogische Kräfte ab, assistiert durch die gleiche Anzahl von Sprach- und Kulturmittlern. Damit sei man strategisch für bis zu 2000 Asylsuchende positioniert. Die entstehenden Kosten werden durch die Integrationspauschale des Landes in Höhe von 2000 Euro pro Flüchtling gedeckt. Das Aufgabenspektrum ist breit gefächert und beginnt bei der Aufnahme der zugewiesenen Personen vom Empfang in der Verwaltung bis zur Unterbringung in Zusammenarbeit mit dem Einwanderungsbüro, das generell als Schnittstelle fungiert. Die Klärung von Fragen zur sprachlichen, schulischen und beruflichen Eingliederung sind ebenso wichtig wie die Pflege und der Ausbau der vorhandenen Netzwerke. Das Ehrenamt werde weiterhin eine tragende Säule bleiben, betonten alle Beteiligten.

Besonders Syrer, Eritreer Menschen aus dem Irak und Iran habe eine hohe Bleibeperspektive, die Anerkennungsquote liegt bei etwa 95 Prozent. „Die werden bleiben“, betonte Michael Treiber. Es seien Ärzte, Wissenschaftler, Ingenieure unter ihnen. „Wir müssen ihnen helfen, ihre Zeit sinnvoll zu nutzen.“

zur Startseite

von
erstellt am 05.Mär.2016 | 12:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen