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Flensburger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

Campus Sandberg : Flensburgs rege Gründerszene

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Die neue Gründungsinitiative „VentureWerft“ bietet eine Rundumbetreuung für Startups

Flensburgs rege Gründerszene wird mehr und mehr zum Magneten für Management- und BWL-Studenten. Das wurde Dienstagabend bei der Gründerlounge im Audimax deutlich. 200 Anmeldungen – so viele gründungswillige Studierende hat das Netzwerktreffen bei seinen ersten vier Durchgängen noch nicht gesehen.

Seitdem das Institut Prognos und das „Handelsblatt“ Flensburg im Mai als Boomregion vor allem für seine Gründerszene adelten, gilt der Weg in die Selbständigkeit an der Flensburger Förde als chic. Um 67 Plätze war Flensburg seinerzeit auf Platz 147 (von 402 Regionen) in der Rangliste der ökonomischen Leistungsfähigkeit geklettert. Und auf dem noch wichtigeren „Digitalkompass“ rangiert Flensburg seitdem mit vier Sternen („sehr gute Chancen“) in Schleswig-Holstein ganz oben. Auf den Feldern IT und Kommunikation kommt Flensburg auf 2,49 Gründungen auf 10  000 Einwohner – Platz 15 bundesweit. In fünf Jahren haben Ludewig und seine Kollegin Ilona Ebbers von der Europa-Uni am Jackstädt-Zentrum 152 Gründungsprojekte betreut. 38 Unternehmen sind daraus entstanden. „Hippe Veranstaltungen wie das Barcamp Flensburg oder das CampMontag tragen dazu bei, dass sich eine Gründer-Community entwickelt hat“, findet Wireg-Chef Michael Otten.

Die beiden Flensburger Hochschulen, das Dr.-Werner-Jackstädt-Zentrum (DWJZ) für Unternehmertum und Mittelstand, die Wirtschaftsförderung Wireg, die Industrie- und Handelskammer (IHK) und das Campus-StartUp-Team haben auf diese Entwicklung reagiert und nun im Audimax ihr neues, kompaktes Konzept der Startup-Hilfe vorgestellt: Die „Venture-Werft – Startup Community Flensburg“.

Die Gründerlounge holte Vertreter der Wirtschaft sowie Gründer und Gründungsinteressierte in einen Raum. Vorgestellt haben sich das Startup „Villekula“ von Tjorven Reisener mit seinen sozialen Gartenprojekten und „Blumixx“, das fertig bepflanzte Blumenkästen verschickt. Blumixx-Gründer Heinrich Gräbis und Jan Fendel zählten verschiedenen Herausforderungen auf, die sie während der Gründung überwinden mussten, wie beispielsweise Finanzierung und Investorensuche. „Beharrlichkeit und Ehrgeiz, am Projekt dran zu bleiben, sind besonders wichtig“, sagt Fendel, der 2015 in Flensburg seinen Master in Entrepreneurship absolvierte.

Wirtschaftsprofessor Dirk Ludewig berichtete, dass das Projekt zur Unterstützung angehender Jungunternehmer mit Venture-Werft nicht nur einen neuen Titel bekommt, sondern auch neue Ansprechpartner für Unternehmensgründung, die – passend zur Werft – Sicherheitshelme mit dem Logo des neuen Projekts trugen.

Alle Möglichkeiten der Gründungshilfe gebe es jetzt in Flensburg aus „einer Hand“, verdeutlicht Kirsten Mikkelsen vom Internationalen Institut für Management (IIM) der Europa-Universität. Im Fokus stehen eine Rundumbetreuung, ein nahtloses und ineinander übergehendes Angebot und das Begleiten in der Wachstumsphase, um Hilfe bei strategischen und Management-Aufgaben zu bieten.

Um einen Einstieg in die Wirtschaft zu erleichtern, haben die Akteure der Venture-Werft die drei Hauptphasen der Unternehmensgründung drei „Docks“, also Stationen, entworfen. Der Gründerraum im Audimax wird zum Dock 1, und bietet mit den Hochschulen eine erste Beratung für konkrete Gründungsvorhaben sowie Unterstützung bei Finanzierungs- und Förderungsfragen. Dock 2 stellt zusammen mit der IHK individuell Information für den Schritt in die Selbstständigkeit. Das Technologiezentrum als Dock 3 bietet auf gut 3400 Quadratmetern flexible Büroflächen und unterstützt durch Netzwerken das Wachstum der Gründer.

Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar ist immer gerne dabei, wenn es um den Campus und die Förderung junger Leute geht. Die Studenten der Flensburger Hochschulen in die Wirtschaft zu bringen, sei für sie besonders wichtig. „Die tollen Ideen der junge Leute dürfen nicht verloren gehen, sondern müssen mit Hilfe von erfahrenen Unternehmern und Wirtschaftsleuten umgesetzt werden“, sagt sie. „Die Venture-Werft kann Studenten viele Türen öffnen und dazu ermuntern, aus Eigeninitiative Projekte zu realisieren.“

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erstellt am 01.Dez.2016 | 15:32 Uhr

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