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Flensburger Tageblatt

30. September 2016 | 22:18 Uhr

Bilanz 2015 : Flensburger Brauerei: Neue Anlage ist weltrekordverdächtig

vom

40 Prozent der Biere werden im Norden verkauft. Doch auch international ist das Flens gefragt.

Flensburg | „Mit einem breiten Grinsen“ schaut Andreas Tembrockhaus, Geschäftsführer der Flensburger Brauerei, auf das abgelaufene Jahr 2015 zurück. Während der deutsche Biermarkt leicht rückläufig war, ist die kleine, aber feine Brauerei im Norden der Republik erneut gewachsen – zwar nicht wieder, wie 2014, um satte 14 Prozent, aber immerhin um 7 Prozent. Mit 70 Prozent der Produktion ist das Pils nach wie vor unangefochten das große Flens-Zugpferd. Doch die am stärksten wachsende Sorte ist das Helle mit über 60 Prozent von 2014 auf 2015.

Die Flensburger Brauerei ist die größte Brauerei in Schleswig-Holstein. Sie ist eine der wenigen deutschlandweit operierenden Brauereien, die nicht zu einem der großen Brauereikonzernen wie AB InBev gehört.

40 Prozent seiner Produkte verkaufen die Flensburger im Norden, also in Schleswig-Holstein und Hamburg. Hier fällt das Wachstum denn auch geringer aus, während man im übrigen Teil Deutschlands immer noch stark wachse. So wurde allein in Thüringen 2015 30 Prozent mehr Flens getrunken als noch im Jahr davor.

Nicht so gut sieht es im Export aus. Der Markt in Russland und der Ukraine ist wegen der Auseinandersetzungen und wegen des extrem schwachen Rubels zusammengebrochen. Während der Branchenschnitt bei 15 Prozent Export liege, schaffen die Flensburger gerade einmal fünf Prozent. Da sei noch Luft nach oben, sagt Tembrockhaus.

In diesem Jahr strebt die Brauerei in der Flensburger Innenstadt einen Weltrekord an. Wenn die neue Abfüllanlage installiert ist und im Oktober an den Start geht, habe man die größte Bügelflaschen-Abfüllanlage der Welt, sagt Hans-Peter Heyen, Geschäftsführer für den Bereich Technik. 20 Millionen Euro werde man in diesem Jahr in die Erneuerung und die Erweiterung der Anlagen investieren. Sonst seien es durchschnittlich vier Millionen pro Jahr. Diese hohe Summe wertete Tembrockhaus auch als Indiz dafür, dass die Eigentümer an der Selbstständigkeit der Flensburger festhalten. Das gelte auch für den Innenstadt-nahen Standort Munketoft, wo es zwar beengt ist, aber man doch die Möglichkeiten zur Ausweitung der Kapazitäten habe. Unter Umständen müsse man in den folgenden Jahren einen Teil der Logistik auslagern, weil man auf Grund von Lärmemissionen dort nur bis 22 Uhr arbeiten könne.

Viel Bier verkauft die Brauerei nach wie vor vom Fass in der Gastronomie, naturgemäß vor allem im Norden. Eine Insel der Glückseligen sei Berlin, so Tembrockhaus, wo es zahlreiche Flens-Kneipen gebe. Gut angelaufen sei das Geschäft in der neuen Flens-Gaststätte „Heimathafen“ an der Flensburger Hafenspitze, das die Brauerei 2015 erworben und mit großem Aufwand saniert und umgebaut habe.

 

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erstellt am 03.Feb.2016 | 13:04 Uhr

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