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Flensburger Tageblatt

25. August 2016 | 11:41 Uhr

Gefährliche Fleischbällchen : Flensburg: Hundeköder mit Gift und Rasierklingen

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Bürger haben an verschiedenen Orten in Flensburg und Bockholmwik gespickte Hackbällchen gefunden. Die Polizei und das Tierheim Flensburg raten, beim Gassigehen auf die Vierbeiner aufzupassen.

Flensburg | Wie jeden Tag geht Sonja Petersen* mit ihrem Hund spazieren. Sie schlägt den üblichen Weg ein, der vom Golfplatz (Warberg) zum Bockholmwiker Strand führt. Der Hund läuft voraus, er genießt die Runde. Es sieht alles so aus wie immer. Dennoch wird Petersen diesen Spaziergang nicht so schnell vergessen. Am Wegesrand findet sie giftige Köder, von denen sie ihren eineinhalb Jahre alten Mischling gerade noch fernhalten kann.

Wie gewöhnliche Hackbällchen sehen diese Köder aus, die in regelmäßigen Abständen am Boden liegen. Insgesamt sieben Stück hat Petersen auf der Straße Richtung Rüde gefunden. Abends fährt sie mit ihrem Mann zur besagten Stelle und geht am Tag darauf mit ihrer Mutter und dem Hund erneut zum Strand. Dort sammelt sie zwei Bällchen ein, die sie von einem Tierarzt untersuchen lässt. „Es war Rattengift drin“, sagt sie.

Die Nachricht von ihrem Fund hat sie sofort in einer Facebook-Gruppe geteilt und sie der Polizei gemeldet. Auch die Nachbarn hat sie informiert. Die gesichteten Köder haben bei Petersen Spuren hinterlassen. „Man ist jetzt vorsichtiger“, erklärt sie und blickt auf den Weg.

Nicht nur Sonja Petersen hält zurzeit die Augen weit offen, wenn sie mit ihrem Mischling aus Boarder-Collie und Golden Retriever Gassi geht. Die Hundeköder liegen nämlich nicht nur in Bockholmwik, sondern auch im Flensburger Stadtgebiet aus. Tageblatt-Leser entdeckten Mini-Frikadellen im Twedter Holz, Twedter Mark, an der Osterallee, am Campus, in der Marienhölzung oder im Wald am Lautrupsbach. Die dort gesichteten Fleischbällchen sollen zum Teil mit Rasierklingen gespickt sein. Auch am Artefact in Glücksburg haben Leser Hackbällchen entdeckt. Einige trauen sich nach eigenen Angaben mit ihren Hunden zum Gassigehen kaum noch aus dem Haus – aus Angst, dass ihr Vierbeiner etwas Gefährliches fressen könnte.

Auch das Tierheim sorgt sich wegen der präparierten Funde. Leiter Stefan Schlüter stuft vor allem Rasierklingen und Glassplitter im Fleisch als gefährlich ein. Doch Rattengift ist nicht weniger harmlos. „Die Tiere verbluten von innen, nachdem sie das Fleisch gefressen haben“, erläutert er. Hat ein Vierbeiner eine solche Mini-Frikadelle verspeist, sollte er sofort zum Tierarzt gebracht werden. Um das Risiko einer Vergiftung einzuschränken, rät Schlüter, das Tier an der Leine zu führen. „Eine hundertprozentige Sicherheit hat man aber trotzdem nicht“, sagt er.

Bei der Polizei sind Sprecher Matthias Glamann zufolge zwei Hinweise eingegangen, die jedoch „über das Jahr gesehen, regelmäßig eingehen“ und nicht als Straftaten einzustufen sind. Demnach hatte eine Hundehalterin ihren Hund an der Osterallee im Dunkeln in Nähe des Wohnortes frei laufen lassen. Danach zeigte das Tier Symptome einer Vergiftung. Ein Tierarzt vermutet, das es sich dabei um Rattengift handelt. Im zweiten Fall holte eine Halterin ihrem Hund ein Stück Fleisch aus dem Maul, was sie sich danach näher ansah, aber nichts Auffälliges feststellen konnte. Glamann empfiehlt allen Hundebesitzern, die Augen offen zu halten und darauf zu achten, was der Vierbeiner unterwegs frisst.

*Name von der Redaktion geändert

 
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erstellt am 11.Mär.2015 | 08:00 Uhr

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