zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Infrastruktur : Fernwärme von der Rolle – Start in Wassersleben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Stadtwerke verlegen flexible Leitungen ohne Aufreißen der Straße

Ab Montag bis Mitte Dezember erneuern die Stadtwerke in Wassersleben eine rund 450 Meter lange Fernwärmeleitung. Um die Verkehrsbehinderungen so gering wie möglich zu halten, arbeitet das Unternehmen mit einem neuen Verfahren – dem „Horizontal-Spülbohrverfahren“.

„Das wurde eigens entwickelt, um ohne Grabungen und größere Erdarbeiten Versorgungsleitungen verlegen zu können“, erklärt Stadtwerke-Sprecher Peer Holdensen. „Die Oberflächen werden kaum beschädigt und der ruhende und fließende Verkehr deutlich weniger behindert.“ Die Verlegung der Fernwärmeleitung erfolge in zwei groben Schritten: Zuerst werde eine Pilotbohrung mit einem Durchmesser von einigen Zentimetern durchgeführt. Das Bohrwerkzeug hat einen mit Düsen bestückten Bohrkopf. Durch diese Düsen wird unter hohem Druck eine Wasser-Betonit-Mischung gepresst, die einen Kanal für den nächsten Schritt bildet. Jetzt wird der Pilot-Bohrkopf gegen einen Ausweitkopf ausgetauscht, an dem das flexible Fernheizrohr bereits angekoppelt ist. Dieser weitet das Pilotbohrloch, und mit Herausziehen des Bohrgestänges wird gleich die Fernwärmeleitung reingezogen. Das Ganze passiert in Wassersleben insgesamt vier Mal.

Vadim Korogodski, Abteilungsleiter Fernwärme bei den Stadtwerken, erläutert: „Wir verlegen hier keine festen Rohre, sondern eine flexible Fernwärmeleitung, also eher ein Fernwärmekabel. Es hat einen Innendurchmesser von 150 Millimetern, der Außendurchmesser mit Isolierung beträgt 300 Millimeter. Die Leitung wird auf großen Rollen geliefert, die einen Durchmesser von mehr als fünf Metern haben und vier Meter breit sind.“

Insgesamt erhält Wassersleben auf einer Strecke von rund 450 Metern neue Fernwärmeleitungen. Verlegt werden aber zwei mal 450 Meter Leitung direkt nebeneinander. Die Zufuhrleitung bringt das heiße Wasser vom Kraftwerk der Stadtwerke zu den Haushalten. Dort wird es zum Heizen und zur Warmwasseraufbereitung genutzt. Die rückführende Leitung bringt dieses „aufgebrauchte“, kältere Wasser wieder zurück in das Kraftwerk, wo es erhitzt und wieder in den Fernwärmewasser-Kreislauf eingespeist wird.

Da das Horizontal-Spülbohrverfahren ein hohes Arbeitstempo ermöglicht, rechnen die Stadtwerke mit einem Ende der Bautätigkeit zum 23. Dezember. Das sei sehr schnell. Carsten Schreiber ist als Techniker bei den Stadtwerken für die Arbeiten verantwortlich: „Wenn wir hier in Wassersleben die Straße aufgegraben hätten, hätten wir sie in beide Richtungen ungefähr doppelt so lange sperren müssen. Durch das Horizontalverfahren müssen wir nur die Seite der Fahrbahn sperren, auf der wir arbeiten und unter der die Leitungen verlegt werden.“

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 20.Okt.2016 | 12:09 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen