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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 13:12 Uhr

Fast 1000 Asylbewerber in der Stadt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zahl der Flüchtlinge im Verfahren steigt noch

Diese Woche erwartet die Stadt Flensburg zwei neue Asylbewerber aus der Erstaufnahme des Landes, vergangene Woche war es ein einziger, in der Woche davor ebenfalls zwei. Die Zeiten, als das Einwanderungsbüro im Kellergeschoss des Rathauses wöchentlich 80 bis 90 Syrer, Iraker und Afghanen begrüßen und unterbringen musste, sind zunächst vorbei. Allerdings führt das nicht dazu, dass die städtischen Gemeinschaftsunterkünfte zunehmend leer stehen. Im Gegenteil: Derzeit leben 929 Flüchtlinge in Obhut der Stadt. Neben dem zunehmenden Druck auf dem Flensburger Wohnungsmarkt dürfte dabei eine große Rolle spielen, dass die Asylverfahren samt mittlerweile zweier Anhörungen in der Neumünsteraner Außenstelle des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge längst nicht so schnell durchlaufen werden können wie die Landes- und Bundesregierung es gerne hätten.

Größte Gemeinschaftsunterkunft bleibt mit mehr als 300 Bewohnern weiter das bunte Containerdorf auf der Exe. Will die Stadt ihr eigenes Versprechen an Nachbarschaft, Jahrmarktbeschicker und Parkkunden einhalten, muss sie in einem guten Jahr schon wieder an die Auflösung der Unterkunft denken. Denn die im November 2015 bezogene Containersiedlung sollte nicht länger als zwei Jahre am Netz bleiben.

Zweitgrößte Unterkunft mit 195 Geflohenen ist mittlerweile die Unterkunft am Ende der Graf-Zeppelin-Straße im Gewerbegebiet Sophienhof. Sie ist für 320 Asylbewerber ausgelegt. Die neue Weicher Flüchtlingshelferinitiative (Win) aus dem Umfeld der Friedenskirche geht allerdings davon aus, die die Unterkunft lediglich mit bis zu 250 Flüchtlingen belegt wird. Und auch das im Aufbau befindliche größte Flüchtlingsdorf in der Stadt am Friedensweg, wo noch gar kein Asylbewerber wohnt und die Unterkünfte gerade möbliert werden, soll mit bis zu 350 Plätzen offenbar nicht an die Kapazitätsgrenze (576 Personen) gehen. Es ist bekannt, dass sich die künftige Oberbürgermeisterin Simone Lange (SPD) vor und nach der Wahl gegen zu große Standorte ausgesprochen hatte – und aufgrund besserer Integrationsprognose bei kleineren Einheiten gar keine großen Unterkünfte mit mehr als 100 Flüchtlingen möchte.

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erstellt am 01.Aug.2016 | 07:30 Uhr

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