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Flensburger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 05:22 Uhr

Fahrensodde: Ausverkauf gestoppt

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Nach dem DLRG-Coup: Befürchtete Kettenreaktion durch Verkauf weiterer Grundstücke fand nicht statt

Der Drops schien eigentlich schon gelutscht, aber dann kam es doch ganz anders. Wieder einmal ist der schöne Flecken Fahrensodde für eine Überraschung gut. Dort drohte nach dem Verkauf des Pachtgeländes an die Vereine Flensborg Yacht Club und Seglervereinigung Flensburg eine Kettenreaktion mit Folgen, vor denen Immobilien-Chef Michael Draeger selbst gewarnt hatte. Diese Kettenreaktion ist gestoppt. Anders als erwartet wurde in der letzten Ratsversammlung vor der Sommerpause kein weiteres Grundstück in Fahrensodde verkauft. Die Mehrheiten haben sich gedreht.

Es ist schon ein bisschen her, als im Wahlkampf um das Oberbürgermeisteramt die drei Fraktionen der CDU, SPD und Grünen das Tabu-Thema auf die Tagesordnung setzten. Eigentlich hatte sich Flensburgs Politik auferlegt, die kostbaren Hafengrundstücke der Hafenstadt nur in Ausnahmefällen zu verkaufen. Für die Versorgung der lange darbenden DLRG-Rettungsschwimmer mit einem vernünftigen Quartier aber sollte eine Ausnahme von der Regel zugelassen werden. Die Kosten – 250 000 Euro nicht rückzahlbarer Bau-Zuschuss plus 440 000 Euro Betriebskostenzuschuss über 35 Jahre Pachtdauer – sollten haushaltsneutral durch Grundstücksverkäufe neutralisiert werden.

Ob es klug war, dafür ausgerechnet zwei Ufergrundstücke in der Traumlage Fahrensodde heranzuziehen, wird ganz unterschiedlich bewertet. Fakt ist: Die Seglervereinigung durfte ihr bisheriges Pachtland kaufen, kurze Zeit später wurde auch der dänische FYC bedacht. Aber schon in dieser Phase begannen die Fraktionen auseinanderzudriften. Die Grünen stimmten nämlich nur dem Verkauf an die Seglervereinigung zu. „Uns wurde glaubhaft gemacht, dass damit der Weg für Investitionen freigemacht werde“, so die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Ellen Kittel-Wegner. „Das war beim Verkauf an den zweiten Klub nicht der Fall. Deshalb haben wir nicht zugestimmt.“

Die Mehrheit war dennoch ausreichend, weil ausgerechnet die Fraktion der dänischen Minderheit, die vor zwei Jahren noch ein Verkaufsverbot für solche Flächen erwirken wollte, mit SPD und CDU für den Verkauf an den dänischen Segelverein stimmte.

Der nächste folgerichtige Schritt ließ nicht lange auf sich warten. Kurze Zeit später meldeten in Fahrensodde zwei weitere Vereine Kaufbedarf an. Die Kritiker sahen sich bestätigt, befürchteten den Ausverkauf der städtischen Traumlage, weil gefährliche Präzedenzfälle geschaffen worden waren.

„Wir wollten kein Gewohnheitsrecht schaffen, deshalb hatten wir nur in einem Fall einem Verkauf zugestimmt“, so Kittel-Wegner. Offensichtlich hat diese Sichtweise inzwischen obsiegt. Den Verkauf an die Marinejugend mochte das Immobilienmanagement gar nicht erst empfehlen, die Abstimmung über den Verkauf an den 1. Flensburger Kanu-Klub endete mit einem klaren Votum gegen den Verkauf. Neben Wif, Linkspartei und Grünen stimmten auch die Sozialdemokraten gegen den Verkauf weiterer Flächen. Fraktionsvorsitzender Helmut Trost und sein Stellvertreter Stephan Kienaß stellten klar: „Befürchtungen des Ausverkaufs und der Einfuhr von Wohnbebauung durch die Hintertür sind vollkommen unbegründet. Wir wollen die Verfügungsgewalt über diese Fläche behalten.“

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erstellt am 27.Jul.2016 | 08:01 Uhr

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