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Klimaschutz in Flensburg : Es fehlen 40.000 Euro

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Wenn das Geld aus Berlin nicht mehr fließt: Verein Klimapakt fordert zwei feste Stellen von der Stadt und beteiligt sich an den Kosten.

Die Botschaft des Klimapaktes an die Flenburger Kommunalpolitiker ist einfach, aber beim aktuellen Kassenstand der Stadt durchaus unangenehm: Richtet für 40  000 Euro eine zusätzliche Stelle ein und Flensburg kann seine bundesweit führende Rolle im Klimaschutz halten und ausbauen. Der Verein Klimaschutz geht mit gutem Beispiel voran und gibt aus Mitgliedsgeldern gut 30  000 der insgesamt fehlenden 70  000 Euro.

Grund für den finanziellen Engpass, auf den der Verein Klimapakt in einer Pressekonferenz jetzt hinwies, ist das Ende der finanziellen Förderung der Klimaschutz-Anstrengungen durch die Bundesregierung zum 30. Juni nächsten Jahres. Flensburg war wegen seiner hervorragenden Projektansätze unter dem Titel „Masterplan 100 Prozent Klimaschutz“ in diese Förderung aufgenommen worden, die aber befristet ist. Das finanzielle Problem kommt zu einer Zeit, in der Flensburg schöne Erfolge erreicht hat und die Bevölkerung in weitere Erfolg versprechende Anstrengungen einbinden will.

Es bleibt bei dem von vornherein gesteckten Ziel, dass Flensburg bis zum Jahr 2050 die Kohlendioxid-Neutralität erreicht und bis zum selben Jahr seinen Energieverbrauch um die Hälfte der Menge senkt, die im Jahr 1990 verbraucht wurde.

Für alle bisherigen Bemühungen hat Olav Hohmeyer, Professor für Energie- und Ressourcenwirtschaft an der Uni Flensburg, ein dickes Lob ausgesprochen. Bei Betrachtungen des Trends, Kohlendioxid einzusparen und damit einen Beitrag gegen die Erderwärmung zu leisten, gehen die Flensburger Bemühungen zügiger voran, als Vorhersagen für die weltweite Entwicklung prophezeien: Flensburg spart CO  2 und Energie schneller und effektiver als die Welt drumherum. Eine Reihe von deutschen Städten hat sich für den Klimaschutz Flensburg als Vorbild genommen. Unter anderem will demnächst die Landeshauptstadt von Flensburg lernen, wie Energie und Kohlendioxid eingespart werden können.

Dies ist nicht zuletzt dem vierköpfigen Klima-Team zu verdanken, das in Flensburg aktiv ist. Die Beschäftigung von zweien dieser Mitarbeiter kann nicht mehr gewährleistet werden, wenn die Bundesförderung ausläuft. Deshalb zahlen die Mitglieder des Flensburger Vereins Klimapakt 30  000 Euro an die Stadt. Bleibt noch ein Loch von 40  000 Euro. Hier erwarten die Mitglieder, dass die Stadt diese Summe aufbringt.

Zu tun gibt es noch genug und es sind Erfolg versprechende Vorhaben: Großes Gewicht hat die Ausstattung von Firmen-Fuhrparks mit elektrisch angetriebenen Fahrzeugen. Dazu gehört zwingend der Aufbau von Lademöglichkeiten für E-Autos. Das Wissen der Klimapakt-Akteure umfasst nicht nur die Technik, sondern auch das Mobilisieren von Fördermitteln. So wurde für das Projekt „Radeln zum Campus“ mit gut einer Million Euro Kosten eine 90prozentige Förderung erreicht.

Weitere Beispiele für bedeutende Zukunftsthemen sind nach Einschätzung des Klimapaktes die Energieeffizienz in Gebäuden, eine größere Effizienz der Fernwärmeversorgung sowie die Ausbildung engagierter Bürger, die das Wissen um klimafreundliches Handeln weiter geben.

Prof. Hohmeyer zeigte den Teilnehmern des Geprächs ein drastisches Beispiel für die Folgen unentschlossenen Handelns auf: Eine Erderwärmung um drei Grad bis zum Jahr 2099 würde den Eispanzer Grönlands abschmelzen und den Meerespiegel um sieben Meter ansteigen lassen. Die deutsche Nordeeküste samt Eiderstedt wären versunken – die Nordseewellen schlagen an den Rand der schleswig-holsteinischen Geest. 

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erstellt am 17.Mär.2017 | 06:39 Uhr

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