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Flensburger Tageblatt

29. April 2017 | 11:26 Uhr

Erst Heimspiel, dann Rückzug ans Meer

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Flensburger Simon Gløde beendet seine Tour mit einem Konzert mit Freunden im Volksbad – neues Album im November

Simon Glöde ist frische 23, Stimme und Geschichten klingen deutlich reifer. Als Elftklässler am Gymnasium in Apenrade war er als Sänger mit der Bigband auf Tour. „Da war wohl schon alles klar“, sagt der Flensburger, und wusste, Musik würde sein Beruf. „Ich weiß“, erinnert er sich , „dass mein Chemie-Lehrer wegen meines Desinteresses nachfragte und erstaunt ‘das wollen viele’ sagte.“ Doch Simon behielt recht. Er hat seinen „Vornamen und Umlaut losgelassen“ und tritt nun als „Gløde“ auf. Gerade ist er auf Tour und krönt sie mit dem Tourfinale in seiner Heimatstadt. Nach Kopenhagen, Hamburg und Lüneburg kommt der Flensburger mit Band und dem befreundeten Trio „Helgen“ morgen ins Volksbad.

„In Flensburg zu spielen, ist immer was besonderes. In Flensburg zu sein auch“, sagt er. Ob er auf ein Bier ins Porticus rumkomme oder „wie jetzt am Wochenende meinen Jungs den neuen Kaffeehaus-Zaun präsentieren darf – es ist immer schön und immer charmant.“ Im Gegensatz zu Großstädtern hält er die Flensburger für „unverklemmt und liebevoll“. Hier werde noch getanzt und gesungen. „Und viel getrunken.“

Wenn er sich eine Schublade aussuchen müsste, würde Gløde zumindest zwei wählen, nämlich die für Hippie und Seemann, irgendwo zwischen den beiden verortet er sich. Und er bleibt dem befreundeten Nachbarland verbunden. Das dänische ö im Künstlernamen sei tatsächlich ein Wink nach Dänemark, er sei immer noch gern dort und „froh um die Freundschaften mit Orten wie mit Dänen“. Außerdem: „Ø bedeutet Insel auf danske. In meiner Musik gibt es viel Wasser-Inspiriertes“, erläutert er.

Seine Band, sagt Simon, sei im Volksbad natürlich dabei. Neu ist Keyboarder Tom Gatza, „der die ganze Sache vergoldet“. Das Trio „Helgen“, dessen Mitglieder Gløde zum engen Freundeskreis zählt, eröffnet den Abend. Die drei Hamburger würden ihn jedes Mal von neuem mitreißen. „Originale Typen mit origineller Musik und wirklich guten Texten“, schwärmt er. Auf Tour ist er immer in guter Gesellschaft. Ein Stück des Weges verlief mit einem anderen jungen, nur ein bisschen älteren Flensburger, mit Tom Klose. „Als ich nach Hamburg kam“, erinnert sich Simon Gløde, „war Tom schon überall da, wo man sein musste. Ich konnt’s ihm einfach nachmachen.“

Mittlerweile finde sich ein großer und großartiger Kreis von Musikern um die beiden herum, und man helfe einander, wo man kann. Toms Bassist und er seien „Alster-Kajak-Buddies“, und Tom und er teilen sich sogar den Drummer Max Schneider. „Die Tour war wirklich sehr witzig und herzhaft“, blickt er zurück und gibt dann den Steno-Gedankengang wider, wenn sich die Wege zweier Flensburger wie Klose und Gløde kreuzen: „Es ist für mich jedes Mal so: Musik. Hey, du auch? Cool. Lass uns zusammen. Bühne. Singen. Duett. Hey überleg mal – Flensburg. Wauw!“

Nach der Tour ist vor dem Album: Gløde und Band nehmen im November „ein schönes, neues Album auf“, kündigt der 23-Jährige an, der bislang zwei EPs selbst aufgenommen hat. „Ich mache immer noch alles selbst, bloß ist aus dem ’ich’ mittlerweile ein ’wir’ geworden“, erklärt der Musiker und schließt seine Band und auch Sebastian Gimm darin ein, den „ebenfalls aus Flensburg zugewanderten Produzenten“.

Anfang November wollen sich die Musikfreunde in ein Haus am Meer zurückziehen und am Album arbeiten. „Seit meiner Zeit in den Electric Lady Studios in New York weiß ich, wie sehr die Atmosphäre zur Musik beiträgt“, erklärt Gløde, der drei Monate in den von Jimi Hendrix gegründeten Studios Praktikant war und nach der Arbeit im Central Park als Straßenmusiker Geld verdiente. „Da das Reisen und das Meer mich sehr prägen, war klar: Wir müssen ans Meer. Das Haus füllen wir mit eigenem Equipment und lassen uns dann zwei Wochen nicht stören.“ Bislang komme er für das Projekt selbst auf, doch um es wunschgemäß zu vollenden, werde er ein Crowdfunding starten. Einen Vorgeschmack auf das, was kommt, bietet das Konzert am Sonnabend im Volksbad. Einlass ist ab 20 Uhr, Beginn ist mit Helgen um 20.30 Uhr, weiter geht’s mit Gløde und Band. Tickets kosten im Vorverkauf ab 9 Euro, an der Abendkasse 12 Euro.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 12:39 Uhr

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