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Flensburger Tageblatt

29. September 2016 | 10:25 Uhr

SPD-Kandidatenvorstellung: : Erkenntnisse aus dem Lkw-Teilelager

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Uni-Professor Heiner Dunckel gilt als Favorit für die Landtagskandidatur

Sie lagen bei vielen Themen inhaltlich gar nicht so weit auseinander. Doch im Kampf um die SPD-Nominierung für das Flensburger Landtags-Direktmandat wurde deutlich, dass Uni-Professor Heiner Dunckel (62) sehr viel klarer und überzeugender bei den Zuhörern ankam als Thede Boysen (53), der 2010 schon einmal OB-Kandidat seiner Partei war. In einem der traditionsreichen Arbeiterpartei würdigen Rahmen diskutierten Dunckel und Boysen im Lkw-Teilelager der Firma Autoteile Matz am Sophienhof zwischen zwischen Daimler-Hinterradachsen und Landrover- oder Vauxhall-Ersatzteilen. Flensburgs SPD-Vorsitzender Florian Matz moderierte nicht nur den Abend, sondern hatte auch die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Verwaltungswissenschaftler Thede Boysen (53), früherer Leiter des Minderheitensekretariats in Berlin, der aktuell im Kieler Wirtschaftsministerium tätig ist und dort zurzeit die Funktion des Westküstenbeauftragten wahrnimmt, verzichtete darauf, sich persönlich vorzustellen, sondern versuchte die SPD-Mitglieder sofort mit ihren Kernthemen zu gewinnen. Soziale Gerechtigkeit und der gesellschaftliche Zusammenhang seien zentral: „Wir haben Auflösungstendenzen, der Sozialstaat hat stark gelitten.“ Und bei der Hartz-IV-Reform seien Kinder zu lange als kleine Erwachsene behandelt worden. Boysen ist verheiratet und hat zwei Kinder. Als allerwichtigstes Thema benannte er die frühkindliche Bildung.

Trotz überschaubarer Resonanz von kaum mehr als 20 Interessierten könnte der Abend richtungweisend sein: Wer SPD-Kandidat wird, ist so etwas wie der natürliche Favorit im Rennen um das Flensburger Direktmandat.

Dunckel, der in der deutsch-dänischen Region als erfahrener Hochschulmanager bekannt ist, möchte das deutsche Bildungssystem, „eines der ungerechtesten in der Welt“, gerechter machen: Der Professor für Arbeits- und Organisationspsychologie bringt neben dem professionellen Hintergrund auch die persönlichen Bildungs-Erfahrungen mit vier Kindern mit – die Hochschulerfahrungen zweier erwachsener Kinder sowie die eines gerade eingeschulten Sechsjährigen und einer dreijährigen Tochter in der Kita. Dunckel hatte die Uni acht Jahre als Rektor (heute Präsident) geführt. Außerdem möchte Dunckel die Arbeitnehmerrechte in den Betrieben stärken. Am wichtigsten allerdings findet auch er die frühkindliche Bildung: „Wir brauchen einfach mehr Krippen- und Kita-Plätze und mehr qualifiziertes Personal.“

Flensburgs SPD wird ihren Kandidaten für den Landtagswahlkreis 3 – Flensburg-Stadt in einer Wahlkreiskonferenz am 28. September nominieren. Vorgängerin Simone Lange hat bereits angekündigt, ihr Mandat im November niederzulegen, um sich auf die Aufgabe als Oberbürgermeisterin vorzubereiten.

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erstellt am 17.Sep.2016 | 08:29 Uhr

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