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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 22:54 Uhr

Stadtwerke Flensburg : Energiewende treibt den Strompreis

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Ab Januar 6,50 Euro pro Monat mehr für ein Einfamilienhaus / Kein Anstieg im nächsten Jahr bei Fernwärme und Wasser

Strom wird im kommenden Jahr teurer, die Preise für Fernwärme und Wasser bleiben stabil. Das bedeutet für die Flensburger Haushalte: Die Familie, die in einem Einfamilienhaus wohnt, zahlt im Monat etwa 6,50 Euro mehr, eine Familie in einer Mietwohnung muss mit rund vier Euro Mehrausgaben pro Monat rechnen. Nicht etwa Preise für den Energieeinkauf der Stadtwerke lassen die Verbraucherpreise steigen, sondern die Kosten für die Energiewende: Umlagen und die Kosten für den Bau von Stromleitungen.

Die Trends der Preisentwicklung stellten gestern vor Heinz-Gerhard Gülck, Vertriebsleiter der Stadtwerke, und Pressesprecher Peer Holdensen. Sie verwiesen darauf, dass der Preis für die Stromgrundversorgung über vier Jahre stabil geblieben sei. Höhere Kosten seien vom Unternehmen durch Aushandeln besserer Einkaufskonditionen und interne Verbesserungen aufgefangen worden. Dies sei jetzt nicht mehr möglich. Die Stadtwerke hätten jetzt keine andere Wahl mehr: Sie müssten die Kostensteigerungen an ihre Kunden weitergeben.

Der größte Kostentreiber: die Entgelte für die Nutzung überregionaler Netze. Sie würden von den großen, überregionalen Stromnetzbetreibern in Rechnung gestellt. Darin schlügen sich die Kosten für den Ausbau und Betrieb der Stromnetze nieder. Im Vergleich zum Jahr 2010 seien die Netznutzungsentgelte, die an Tennet gezahlt wurden, bis heute um 80 Prozent gestiegen. Dazu kommen dann noch die Umlagen nach dem Energie-Einspeise-Gesetz.

Folge: Der Marktpreis für ein Kilowatt Strom pro Stunde (1kw/h) beträgt bei den Stadtwerken drei Cent. Knapp sieben Cent sind es tatsächlich – durch Umlagen und Entgelte. Das sind Verhältnisse wie beim Benzinpreis, der seine Höhe durch Steuern erreicht.

Den vom Verbraucher nicht zu beeinflussenden Grundpreis erhöhen die Stadtwerke Anfang nächsten Jahres von 3,80 Euro im Monat auf 7,49 Euro. Der Arbeitspreis für Strom, mit dem der Verbrauch bezahlt wird, steigt zum 1. Januar 2017 von von 29,12 auf 29,96 Cent/kw/h.

Zum Thema Stromverbrauch: Nach den Erkenntnissen der Energie-Erzeuger verbrauchen heute in den Haushalten Multimediageräte (Computer und Zusatzgeräte, Fernsehapparate) mehr Strom als Haushaltsgeräte.

Der Trend zum Energiesparen wird im Geschäftsbereich Fernwärme abgefangen – durch neue Wohngebiete, die mit Wärme beliefert werden. Die Preise bleiben 2017 auf dem Stand dieses Jahres. Der Grundpreis beträgt knapp 36 Euro kW im Jahr. Die Arbeitspreise primär: 62,30 Euro/Megawatt pro Stunde, sekundär: 63,70 mW/h.

Der Trinkwasserpreis bleibt mit 1,66 Euro pro Kubikmeter unverändert. Damit liegen die Stadtwerke auf dem Niveau vergleichbarer Unternehmen im Land. 

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erstellt am 09.Nov.2016 | 06:45 Uhr

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