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Flensburger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 19:00 Uhr

Flensburg-Schiffbrücke : Ein Schmuckstück an der Küste

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Hotel Hafen Flensburg nach nur einjähriger Bauzeit eröffnet / 15-Millionen-Investment heilt ein langjährige Wunde im Flensburger Stadtbild

Die wenigsten Flensburger werden je in einem der 69 Zimmer übernachten – wozu auch, sie können ja zu Hause gratis nächtigen. Trotzdem ist das Hotel Hafen Flensburg, das gestern „getauft“ und eröffnet wurde, von großem Interesse für viele Bürger der Stadt – zum einen durch das jedermann offen stehende Restaurant „Columbus“, zum anderen jedoch durch das hier konservierte und präsentierte Stück Flensburger Geschichte.

15 Monate lang war Kirsten Herrmann eine Hotel-Direktorin ohne Hotel. In dieser Zeit hat sie nicht nur an der Planung des Hauses mitgewirkt und ihr Team zusammengestellt. Sie hat auch, gemeinsam mit dem Stadthistoriker Dieter Pust, die Geschichte jedes einzelnen der fünf Häuser an der Schiffbrücke erforscht. Und so kann man heute auf übersichtlichen Tafeln alte Fotos des jeweiligen Gebäudes sehen und, nach Jahren aufgelistet, die jeweiligen Nutzer erfahren.

Doch es gibt weitere Hinweise auf die maritime Vergangenheit und Gegenwart der Stadt. Beispiel Fahrstuhl: Wer vom Erdgeschoss in den dritten Stock fährt, kann den Mast des legendären Zwölfers „Sphinx“ aus nächster Nähe betrachten – in Originalgröße, bis hinauf zum Wimpel mit dem FSC-Emblem. Die Wände der Flure und Treppenhäuser sind geschmückt mit großformatigen Fotos typischer Flensburger Straßen und Plätze, vor allem mit Aufnahmen des Gebäude-Ensembles vor Beginn des Umbaus – ästhetisch ins Licht gesetzter Verfall, vor allem das Foto des früheren Kontakthofes hinter dem Eros-Center, in dem das Wasser kniehoch steht, bedeckt von einem dicken grünen Algenteppich.

Kirsten Herrmann nannte es eine „leise Eröffnung“ ohne großen Bahnhof. Das 36-köpfige Hotel-Team hat seit gestern die ersten „echten“ Gäste, 40 Zimmer waren gleich am ersten Tag gebucht. In den letzten beiden Wochen vor dem Start haben Flensburger Testschläfer, darunter auch die Bauherren Boy Meesenburg und Norbert Erichsen sowie Tourismus-Chef Gorm Casper, die Betten und das Frühstück getestet; Erichsen betonte, er habe nichts vom Verkehr an der Schiffbrücke gehört, obwohl er ein Zimmer zur Straße hatte.

Doch Flensburger haben am 22. Dezember von 11 bis 16 Uhr die Möglichkeit, bei einem Tag der offenen Tür das Hotel von innen kennen zu lernen. Für den 12. Januar ist dann eine offizielle Eröffnungsfeier vorgesehen. Der Dezember sei bereits zu 50 Prozent ausgebucht, so Herrmann; „unser Ziel ist 60 Prozent“, sagt die Direktorin, „und das schaffen wir auch.“

Außer Geld haben die Investoren „viel Herz und Leidenschaft“ investiert, sagte Boy Meesenburg, der Heimatstadt werde mit dem Hotel „ein kleines Juwel zuteil“. 15 Millionen wird als Investitionssumme genannt – „viel Geld, aber gut angelegtes Geld“, so Meesenburg.

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erstellt am 02.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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