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Flensburger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 20:49 Uhr

Marineschule Mürwik : Ein Lübecker für die Marine

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Trotz des Aussetzens der Wehrpflicht 2011 entschied sich Seekadett Halfen für die Truppe

Seit 1910 werden an der traditionsreichen Marineschule Mürwik junge Menschen zu Offizieren ausgebildet. Zum 1. Juli jeden Jahres treten die Frauen und Männer dort ihren Dienst an. Oft wissen sie wenig von der Bundeswehr. Aber wer bildet die Offizieranwärter aus? Es sind zum Teil jene Soldaten im Dienstgrad Seekadett, die noch ein Jahr zuvor selbst frisch angekommene Matrosen waren. Für sie heißt es dann, das bisher Gelernte in die Tat umzusetzen. Das Flensburger Tageblatt stellt im Vorwege der Vereidigung sechs Seekadetten in einer Reihe vor. Heute: Dennis Halfen.

Dennis Halfen ist schon seit über fünf Jahren im Dienst der Bundeswehr. Der 25-Jährige ist in Lübeck geboren und aufgewachsen. 2011 fing er beim Heer an. Doch 2015 zog es ihn als mittlerweile erfahrenen Stabsgefreiten zurück an die Ostseeküste, um die Laufbahn der Marine-Offiziere einzuschlagen. Gerade die Vielseitigkeit des Dienstes im Eckernförder Seebataillon fasziniere ihn - vom Hubschrauber abseilen, Strände absichern bis hin zum Bordeinsatz wird dort alles praktiziert. Durch seine zehnjährige Erfahrung als Judokämpfer und sein großes Interesse am Sport wäre das wohl eine gute Adresse für seinen weiteren Werdegang.

Während der vier Jahre beim Heer hatte er schon bei vielen Übungen mitgemacht, konnte sich dadurch viel Wissen aneignen. Der Höhepunkt war ein Einsatz in Niedersachsen während der Hochwasserkatastrophe 2014. Zwölf Wochen unterstützte seine Einheit die Einwohner der überfluteten Ortschaften. Genau das ist es, was ihn auch an den Auslandseinsätzen der Bundeswehr beeindruckt, wo deutsche Truppen helfen und unterstützen. „Es geht nicht, dass Menschen in Not auf sich allein gestellt sind“, betonte der Seekadett.

Wichtiger Bestandteil eines erfolgreichen Einsatzes sei die Kameradschaft. Dies beherzigt er auch als Gruppenführer. Neben dem Vermitteln von soldatischen Grundfertigkeiten ist der Zusammenhalt das Wichtigste in den fünf Wochen, in denen er seine Schützlinge ausbildet. Dabei will er die Fehler vermeiden, die er früher an seinen Ausbildern gesehen hat. Unter der Maßgabe „Lob vor Tadel“ leitet er seine Soldaten an. Dadurch präge er sie, zeige die Fehler im ruhigen Ton auf und will die angehenden Offiziere so zu mehr Eigeninitiative motivieren.

Nach der Vereidigung an diesem Freitag werden seine Rekruten ihren Weg ohne ihn weitergehen. Für Dennis Halfen geht es dann ab September zum Studium an die Bundeswehr-Universität in Hamburg. Danach strebt er eine Karriere als Berufssoldat im Seebataillon der Marine an. Sein Ehrgeiz und seine Loyalität der Truppe gegenüber dürften ihm auf diesem Weg helfen. Sein Wunsch ist es, an den vielseitigen Einsätzen mit teilzunehmen, weitere Erfahrungen sammeln zu können und immer aktiv am Geschehen dran zu sein.

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erstellt am 02.Aug.2016 | 13:56 Uhr

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