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Flensburger Tageblatt

31. Oktober 2014 | 13:03 Uhr

Frank Kepp gegen die Nospa : Ein fristlos Gekündigter wehrt sich

vom

Heikle Kreditvergabe: Der Ex-Sparkassenvorstand Frank Kepp klagt vor dem Landgericht gegen seinen früheren Arbeitgeber Nospa. Kepp war fristlos entlassen worden.

Flensburg | Seit dem 25. November 2010 wird die Geschichte der untergegangenen Flensburger Sparkasse noch negativer beurteilt als zuvor - in der Nospa zumindest, und vor allem was die Rolle des zweiten Vorstands Frank Kepp betrifft. An diesem Tag hatten Anwälte der Nord-Ostsee-Sparkasse beim Landeskriminalamt (LKA) Einsicht in die Ermittlungsakten genommen, die die Kieler Staatsanwaltschaft zusammengetragen hat. Unter anderem geht es dabei um einen Kredit aus dem Jahr 2005, den Kepp mit abgesegnet hat: Unter der Firmierung AMP Media seien seinerzeit 14 Millionen Euro an Richard Orthmann und Ulrich Rotermund zur Verfügung gestellt worden. Zum Ankauf von Aktien, erklärte am Mittwoch im Landgericht der Vorsitzende Richter Dieter Sauerberg. Dort klagt Ex-Sparkassen-Vorstand Frank Kepp vor der Kammer für Handelssachen gegen seine fristlose Kündigung vor mehr als einem Jahr (AZ: 6 O 45/11).
Von dieser fristlosen Kündigung war bislang nichts bekannt. Das Verfahren läuft parallel zu mehreren weiteren im Komplex alte Flensburger Sparkasse. Neben mehreren Ermittlungsverfahren der Kieler Staatsanwälte gegen den früheren Flensburger Sparkassenvorstand um Ex-Chef Frerich Eilts und weitere Beschuldigte klagt die Nospa gegen Eilts und Kepp auf Schadenersatz. Gesamforderungen: mehr als 25 Millionen Euro. Auch die Klage von Frerich Eilts auf Weiterzahlung seiner Pensionsleistungen von jährlich rund 126.000 Euro (AZ: 2 O 13/11) sei noch nicht entschieden, so Sauerberg in der Verhandlung.
Sorge um Versorgungsansprüche
Im Fall von Frank Kepp handelt es sich um eine so genannte Verdachtskündigung, bei der dem fristlos Gekündigten schwerwiegende Verfehlungen nachgewiesen werden müssen. "Es müssten objektive Verdachtsgründe vorliegen", sagte Sauerberg. Keine drei Monate davor hatte die Nospa die Trennung am 29. September 2010 noch so verkündet: "Im Einvernehmen mit dem Verwaltungsrat hat Herr Kepp sein Amt als Mitglied des Vorstandes mit sofortiger Wirkung niedergelegt." Nach Durchsuchungen im August 2010 habe es "eine gewisse Dynamik" gegeben, sagte Sauerberg. Der wirtschaftliche Hintergrund der Klage Kepps seien seine Versorgungsansprüche. Nach annähernd zehn Jahren als Vorstandsmitglied (2000 bis 2010) und zuvor bereits mehrjähriger leitender Tätigkeit bei der Flensburger Sparkasse dürfte es auch bei Kepp um höhere fünfstellige Pensionszahlungen pro Jahr gehen.
Nach der Akteneinsicht vom 25. November 2010 hatte Kepp zunächst am 9. Dezember ein Schreiben zur fristlosen Kündigung vom damaligen Verwaltungsratsvize Ex-OB Klaus Tscheuschner erhalten - und ein weiteres vier Tage später von Verwaltungsratschef von Gerlach. "Heikelster Punkt: Ist das Anhörungsverfahren ordnungsgemäß durchgeführt worden?", erklärte der Vorsitzende Richter Dieter Sauerberg. Zum AMP-Komplex etwa ist Kepp mit Schreiben vom 30. November angehört worden: "Streitig ist, ob ihm Einsicht in die Kreditakte hätte gewährt werden müssen." Sauermann erklärte, Kepp habe von seiner Verteidigerin eine CD-Rom zu den Vorgängen erhalten. "Da sind unendlich viele Unterlagen. Ob die vollständig sind, kann ich nicht erkennen", sagte Kepp am Mittwoch. Wobei Sauermann zu bedenken gab: "Die Vorgänge sind Ihnen ja bekannt gewesen."
Entscheidung am 18. April erwartet
Nun geht es um heute schwer zu klärende Fragen, für die Kepp jetzt geradestehen soll. Eine davon: Durfte der 14-Millionen-Kredit an AMP gegen Verpfändung von Beate-Uhse-Aktien als Sicherheit vergeben werden? Während die Nospa-Anwälte von einer Aktie im Sinkflug sprachen, machte Kepp geltend, dass die Beate Uhse AG seinerzeit eines ihrer besten Geschäftsjahre vorgelegt habe.
Nun soll dem Kläger Akteneinsicht in den Geschäftsräumen der Nospa gewährt werden. Er dürfe auch Kopien machen. "Herr Kepp, Sie stehen hier ja nicht in vorderster Linie", sagte der Vorsitzende Richter mit Blick auf die gesamte juristische Aufarbeitung der Flensburger-Sparkasssen-Geschichte. Eine Entscheidung in der Sache Kepp gegen die Nospa soll am 18. April verkündet werden.

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erstellt am 27.Jan.2012 | 11:39 Uhr

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