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Medelby : Ein Bildungshaus für sechs Gemeinden

vom
Aus der Redaktion der Schleswiger Nachrichten

Ein generationsübergreifender Treffpunkt wird die Schnittstelle zwischen Kita-Neubau und Schule bilden. Der alte Sportplatz muss dafür weichen.

Medelby | Es sollte ein Abend werden, der gerade die Kritiker und die Unentschlossenen für das Projekt Bildungshaus überzeugt. Doch kritische Fragen der rund 140 anwesenden Bürger bei der Einwohnerversammlung am Mittwoch blieben aus. Thomas Jessen, Sprecher des Lenkungsausschusses und Bürgermeister der Gemeinde Osterby, stellte heraus, dass durch dieses große Projekt die sechs Gemeinden des Kirchspiels zusammenrücken werden. Der Schlüssel des Erfolges für zukünftige Entwicklungen sieht er in der Stärkung von Medelby als zentralen Ort des Kirchspiels. Ein gemeindeübergreifendes Thema sei der Erhalt der eigenständigen Schule und der Kindertagesstätte.

Bereits im Jahr 2015 sei der hohe Sanierungsstau der Kindertagesstätte erkannt worden. Aus zwei Gutachten verdeutlichten, dass aus wirtschaftlichen Gründen ein Neubau einer Sanierung vorzuziehen ist. Im Dezember 2016 sei der kommunale Schulterschluss in Weesby erfolgt als fast alle Gemeindevertreter der Kirchspielgemeinden für die Bauvariante stimmten, die neben dem Bau des Bildungshauses einen Neubau der Kindertagesstätte vorsieht.

Bei dieser Variante geht zwar der alte Sportplatz verloren, es kann dadurch aber auf eine teure Zwischenlösung mit Containern verzichtet werden. Aufgrund des Beschlusses des Schulverbandes im Februar konnte ein Förderantrag gestellt werden. Der Erfolg des Projektes hänge auch davon ab, ob die Fördersumme von 750  000 Euro bewilligt werde, so Jessen.

Das Bildungshaus soll zwischen dem neuen Kindergarten und der Schule errichtet werden. „Die Kinder sollen unter anderen erfahren, dass die Stärke im Team eine ganz besondere ist. Dazu braucht es ein ganzes Dorf“, sagte Petra Schreiber, Schulleiterin der Grundschule Medelby. Das bereits laufende Konzept der offenen Ganztagsschule im Primärbereich sieht Schreiber als einen vollen Erfolg. Derzeit besuchen auch Kinder von Gemeinden außerhalb des Kirchspiels die Schule. Ihrer Meinung nach wird das Bildungshaus mit multifunktionalen Bereichen generationsübergreifend allen zugute kommen.

Thomas Jessen verdeutlichte, dass es dem Lenkungsausschuss wichtig ist, auf Kritik einzugehen. So beinhaltet der neue Plan zum einen ein kleines Spielfeld, 45 x 60 Meter, zum anderen einen optionalen freien Bereich, der für die Gemeinde Medelby in weiteren Projekten in Anspruch genommen werden kann. Damit demonstrierte die Projektgruppe den Kritikern, die für den Erhalt des alten Sportplatzes eintreten, eine Lösung, die für beide Seiten Vorteile bietet.

Karl Heinz Splisteser (74) aus Medelby erinnerte in der Fragestunde an die vergangenen Höhen und Tiefen des Sportvereins und an die schönen Momente auf dem Sportplatz. Er stellte fest, dass der Sportplatz aufgrund des demographischen Wandels nicht über die gesamte Fläche genutzt wird. Es spielten einfach zu wenige Jugendliche. „Es wäre eine Katastrophe, wenn ein halber Sportplatz dieses Projekt zum stoppen bringt“, mahnte er.

Medelbys Bürgermeister Günter Petersen nutzte die Gelegenheit, die Bürger über den Zustand und die Zukunft der Feuerwehr, Rettungswache und Dorfgemeinschaftshaus zu informieren. Seit dem Jahr 2015 ist klar, dass das Gebäude in einem schlechten Zustand ist. Die Hanseatische Feuerwehrunfallkasse, kam nach einer Besichtigung zu dem Fazit, dass dringendes Handeln der Gemeinde erforderlich ist. Sanierung und Ausbau des Gebäudes scheiterte aufgrund von Platzmangel. Die Gemeindevertreter kamen zum Entschluss, die Zukunft der Feuerwehr und Rettungswache erst nach dem Förderbescheid des Bildungshauses weiter zu diskutieren, da dann mehr Klarheit über die finanzielle Situation der Gemeinde herrscht.


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