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Flensburger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 03:07 Uhr

Ein Baum als Symbol der Freundschaft

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Der Gravensteiner Apfel war exklusiver Teilnehmer des 4. Pensa-Flensburg-Kongresses / Zehn Jahre Städtefreundschaft mit russischer Stadt

Vom Goldenen Buch zum grünen Apfelbäumchen. Vom Ratssaal auf den Campus. Gestern früh verewigte sich Alexandr Guljakov, Rektor der Universität Pensa (Russland), im Flensburger Rathaus. Dann zog mit ihm ein international besetzter Tross weiter zur Europa-Universität. Dort war dem Gravensteiner Apfel eine Hauptrolle des 4. Pensa-Flensburg-Kongresses zugedacht worden.

Das Apfelbäumchen hatte bereits eine stattliche Reise hinter sich. Das Geschenk vom Verein Gravensteiner Apfel war letzte Woche von Seeland nach Sonderburg gereist und wurde dort von Bürgermeister Erik Lauritzen an Flensburgs Stadtpräsidentin Swetlana Krätzschmar überreicht. „Möge dieser Apfelbaum ein Symbol unser aller Freundschaft sein“, sagte sie anlässlich der Baumpflanzung vor dem Erweiterungsbau der Uni. Lauritzen gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Bäumchen als Symbol dafür stehe, „dass wir in Europa friedlich und auf Augenhöhe zusammenleben – auch im Sinne der nachfolgenden Generationen“.

Der Flensburger Arzt Peter Lorenzen, dessen Großvater Gouverneur der Region Pensa war, bekräftigte, dass der Gravensteiner Apfel, der 1670 seinen Namen erhielt, einst Steve Jobs inspiriert habe. Als junger Mann habe er daraus die Idee für das berühmte Apple-Logo entwickelt. „Ein angebissener Apfel – ganz schön clever und wirklich keine Legende“, zeigte sich die Stadtpräsidentin beeindruckt.

Der Kongress, der heute Abend mit der Unterzeichnung eines Kooperationsvertrages zwischen dem Klinikverbund Flensburg und der Staatlichen Universität Pensa endet, bot Raum für zahlreiche Vorträge und Diskussionen. Alexandr Guljakov betonte, der akademische Austausch zwischen den beiden Städten, aber auch die herzlichen Kontakte seien wichtigste Aspekte der Kooperation. „Ein vorbildlicher Dialog der Kulturen“, sagte er und lobte die guten Grundlagen in Forschung, Medizin und Technik, von denen man an der Förde zehren könne. Regelmäßig gibt es einen Austausch von Studenten und Dozenten. Wie schnell das erworbene Know-how umgesetzt wird, verdeutlicht etwa die Tatsache, dass nach einer Hospitation russischer Ärzte schon ein Jahr später in Pensa die Notfallbehandlung bei Herzinfarkt realisiert wurde, die es vorher nicht gegeben hatte. Nun ist geplant, das achtwöchige Praktikum für russische Medizinstudenten, das bisher an der Diako ermöglicht wurde, auch auf das St. Franziskus-Hospital auszuweiten.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 11:18 Uhr

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