zur Navigation springen

Flensburger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 13:45 Uhr

Flensburg : Durch Barfußpark und Kariestunnel

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Zum fünften Mal fanden die Gesundheitstage an der Schule Ramsharde statt.

Flensburg | In einem Werkraum eines Nebengebäudes duftet es nach Nadelbäumen; im Hauptgebäude, wo das Piano steht, läuft heute Entspannungsmusik. Und die Hälfte der Klasse 3a liegt auf dem Bauch auf dem Boden und lässt sich langsam von der anderen Hälfte mit stacheligen Gummibällen bearbeiten.

Was ist da los an der Schule Ramsharde im Flensburger Norden? Seit Anette Hesse im Jahr 2012 die Gesundheitstage an der Grundschule aufgebaut hat, durchlaufen alle Klassen, derzeit elf, einmal jährlich an zwei Tagen mehrere Stationen eines Gesundheitsparcours. In dieser Woche waren neben dem geläufigen Kariestunnel, der mittels Schwarzlicht Zahnbelag ins rechte Licht setzt, auch Entspannung und Massagen (im Musikraum) angerichtet und ein Barfußpark. Dort gehen gerade die zarten Kinderfüße der Klasse 4b erst vorwärts und dann rückwärts über weiche Tannenzapfen, Nadelzweige und Kieselsteine. Und Sprachförderungs- und Integrationsfachkraft Jovana Kruse erklärt, warum die nackten Füße dabei nicht frieren.

„Wir sind zertifiziert als ,gesunde Schule‘“, betont Kirsten Nissen. Und das als erste Flensburger Grundschule und jetzt im dritten Projektjahr. Nissen leitet seit mehr als zwei Jahren die Schule Ramsharde. Diese zählt nach Internet-Auskunft der Landesvereinigung für Gesundheitsförderung landesweit zu den bislang 17 Schulen mit diesem Siegel (bundesweit 200).

Untersuchungen an der Schule im Flensburger Norden hätten insbesondere bei der Zahnprophylaxe und beim Thema Bewegung einen „besonderen Bedarf“ ausgemacht, sagt Kirsten Nissen, und auch der Medienkonsum sei hoch. Deshalb werden diese Schwerpunkte mit Angeboten wie dem wöchentlichen Zähneputzen im Klassenverband und eben solchen Gesundheitstagen auch besonders unterstützt. Seit Dezember, so Nissen, beschäftige die Schule sogar eine Gesundheitsfachkraft, eine so genannte „Schulkrankenschwester“ – für 30 Stunden mit eigenem Büro. Eike Rode verantwortet beim zweitägigen Parcours in dieser Woche die Kneippschen Armbänder.

Das Netzwerk der Partner für die Projekttage wächst – Gesundheitshaus, Zahnärztinnen und Spielmobil sind beispielsweise dabei. Aber auch die Schule selbst hat binnen zwei Jahren zugelegt und zählt nun 300 statt 200 Schüler. 74 Kinder werden im neuen Schuljahr eingeschult, weiß Nissen und berichtet, dass es bereits Berührungspunkte zwischen Vorschulkindern und Erstklässlern gibt. Letztere haben bei den Ersteren zum Beispiel schon in der Kita gezeigt, dass sie lesen können. Und zum ausnahmsweise dritten Gesundheitsprojekttag kamen am Donnerstag auch künftige Schulanfänger vorbei. „Wir haben über 70 Anmeldungen“, sagt Schulsozialarbeiterin Anette Hesse. 75 Schüler besuchen derzeit das Daz-Zentrum (für Deutsch als Zweitsprache).

17 Nationen sind an der Grundschule vertreten. Die zehnjährige Fanta zum Beispiel kommt aus Gambia und ist seit sieben Monaten hier. In der Turnhalle, wo es heute beim Holzspektakel an mehreren Stationen heißt „Wir klotzen ran“, läuft sie rüber zum gleichaltrigen Radomir aus Bulgarien. Der baut gerade an einem besonders hohen Turm aus Holzklötzchen, und Fanta klettert mal eben auf die Leiter, um das von oben zu verfolgen. Währenddessen werden draußen drei neue Hochbeete eingeweiht, die Tischlermeister Bahram Firouztash mit 17- und 18-Jährigen von der Produktionsschule des JAW gebaut hat. Von Basilikum bis Zitronenmelisse, sagt Anette Hesse, sollen bald nützliche Pflanzen in den insgesamt vier Tonnen Mutterboden gedeihen. Auf gesunde Ernährung wird an der Schule Ramsharde schließlich auch geachtet.


zur Startseite

von
erstellt am 29.Apr.2016 | 14:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen