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Flensburger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 15:33 Uhr

SPD-Direktmandat : Dunckel soll Simone Lange beerben

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Sozialdemokraten schicken Flensburger Wirtschaftsprofessor ins Rennen um das Direktmandat für den Landtag

Der Arbeitspsychologie-Professor Heiner Dunckel (62) wird für die SPD in den Kampf um das Flensburger Direktmandat geschickt. Auf der gut besuchten Wahlkreiskonferenz in der TSB-Vereinsgaststätte „Turner’s“ votierten 33 von 63 stimmberechtigten Parteimitgliedern für den Hochschullehrer, 30 Genossen sprachen sich für seinen Mitbewerber Thede Boysen (53) aus, den Westküstenbeauftragten des Kieler Wirtschaftsministeriums. Angesichts zahlreicher Vorab-Voten von den Jusos bis zur SPD-Hochschulgruppe fiel die Entscheidung überraschend knapp aus. Damit tritt Dunckel im Kampf um das Flensburger Direktmandat für den Kieler Landtag gegen CDU-Chef Arne Rüstemeier, SSW-Kandidat Christian Dirschauer und den Grünen-Landtagsabgeordneten Rasmus Andresen an. Wahltermin ist der 7. Mai, und angesichts mancher Unwägbarkeiten des immer breiteren Parteienspektrums schielen diesmal nicht nur Christ- und Sozialdemokraten auf den direkten Einzug ins Parlament.

Verwaltungswissenschaftler Thede Boysen, Duborg-Abiturient und ehemaliger Leiter des Regionskontors in Pattburg und des Minderheitensekretariats in Berlin, hob in seiner Bewerbungsrede die sozialen Themen heraus – zum Beispiel die Entwicklung von Kindern im Hartz-IV-Bezug: Flensburg habe heute fast 50 Prozent mehr Drei- bis Sechsjährige im Hartz-IV-Bezug als zu Beginn der Amtszeit des Oberbürgermeisters Simon Faber, sagte Boysen – „eine enorme soziale Ungerechtigkeit vor unser aller Augen“. Zudem wetterte er, dass von den 720 Millionen Euro des Bildungs- und Teilhabegesetzes der damals zuständigen Bundesministerin von der Leyen gerade mal die Hälfte bei bedürftigen Familien angekommen sei, um etwa Sport im Verein treiben oder Gitarrenunterricht bekommen zu können.

Arbeits- und Organisationspsychologe Heiner Dunckel, einer der Väter der deutsch-dänischen Studiengänge an der Uni, brachte sich als künftiger Bildungs- und Wissenschaftspolitiker in Stellung. Als früherer Rektor (heute: Präsident), Prorektor und Kanzler war Dunckel über viele Jahre der vielleicht wichtigste Hochschulmanager auf dem Campus. Dunckel wies aber auch darauf hin, dass er als vierfacher Vater von Kindern zwischen drei Jahren und Ende 20 die gesamte Bildungslandschaft von der Kita über die Grundschule bis zur Universität auch von dieser Seite kenne. „In keinem anderen Land werden die Chancen so sehr von der Herkunft bestimmt wie in Deutschland“, beklagte Dunckel, der erst vor wenigen Monaten in den Flensburger SPD-Vorstand gewählt wurde.

Da das Büro eines Landtagsabgeordneten oft das Auto sei, gab die aktuelle Abgeordnete Simone Lange zwei frisch gepresste Kfz-Kennzeichen mit auf den Weg: „FLENSBURG“ und „GEWINNT“.

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erstellt am 30.Sep.2016 | 07:53 Uhr

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