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Flensburger Tageblatt

21. Oktober 2014 | 02:30 Uhr

Wirtschaft vor Ort : Die Telematiker von der Förde

vom

Dantronik ist überregional bei Fahrgast-Informationssystemen und dem Taxiflotten-Management im Geschäft

Flensburg | Mathias Hartmann und sein sechsköpfiges Spezialistenteam arbeiten dort, wo andere Urlaub machen - kaum mehr als 20 Meter Luftlinie vom Strand der Flensburger Förde entfernt. Zwar ist der meist von Surfern und Seglern genutzte Mini-Strand vor Fahrensodde im Flensburger Stadtteil Mürwik nicht gerade das, was Sonnenanbeter sich für den Sommerurlaub wünschen. Doch die Ingenieure und Entwickler des Flensburger Unternehmens Dantronik scheinen direkt am Wasser genau die richtige Portion Inspiration zu bekommen. Dantronik ist als Anbieter für Flottenmanagement-Software und Informationssysteme einer der führenden Funk- und Telematik-Anbieter in Deutschland - und teilweise darüber hinaus: Europaweit sind viele Taxizentralen und mehrere tausend Fahrzeuge bei Transportbetrieben mit Leitsystemen von der Flensburger Innenförde ausgerüstet. Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) sind Dantronik-Informationssysteme für die elektronische Fahrplanauskunft ebenfalls weit verbreitet.

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Hartmann und sein Team können auf dem Markt der Fahrplanauskunftsysteme mittlerweile auf fast 20 Jahre Erfahrung zurückblicken: 1997 wurde der Flensburger Zob (Zentraler Omnibusbahnhof) mit seiner ersten Version ausgestattet, Neumünster sogar schon 1993: "So lange läuft das System klaglos", sagt Hartmann.

Derzeit statten die Flensburger Telematiker gerade eine Reihe von Zobs in Sachsen-Anhalt mit ihren Anlagen aus, nachdem das Bremer Umland bereits mit der Technologie von der Förde beglückt wurde: Die Zob-Info in Haldensleben oder der Zob Merseburg sind die aktuellen Adressen, wobei der Kunde einen richtig klangvollen Namen hat: "Wir liefern dort an die Nasa", erzählt Mathias Hartmann und grinst: Nasa steht hier für "Nahverkehr Sachsen-Anhalt". Insgesamt 20 Standorte werden dort nach und nach von Dantronik ausgerüstet. Wobei diese Systeme bereits einen technologischen Schritt weiter sind als der Flensburger Zob: Heute werde die dynamische Fahrgast-Info mit den Ist-Zeiten gespeist - womit der Buskunde im Idealfall genau weiß, ob und wie sehr sein Bus in Verzug ist.

Telematik - das Zauberwort des neuen Jahrtausends gibt es in Fahrensodde bereits seit den 1980er Jahren. Die Entfernung zu den Märkten spielt im Gegensatz zum Blick auf die blaue Förde eine zunehmend untergeordnete Rolle: Auf die Fahrgast-Informationen des Zob in Merseburg oder Haldensleben können Hartmann & Co direkt aus Fahrensodde zugreifen. "Echtzeit-Information" ist auch im nördlichen Niedersachsen und im Bremer Stadtgebiet der entscheidende Parameter, wo Dantronik auch mit einem Fünf-Jahres-Vertrag im Geschäft ist.

Auch im Management großer Automobil-Flotten ist Dantronik engagiert - durch eine Beteiligung an der Taxizentrale Leipzig, die ohne eigene Taxen ganze Flotten im gesamten Bundesgebiet steuere. Im Informationssystem könne man dann allerhand Informationen hinterlegen: "Zum Beispiel, dass der Fahrer Englisch spricht, fünf Koffer transportieren kann, aber keinen Fahrradständer montiert hat", nennt Hartmann ein Beispiel für die Daten, die den Taxi-Zentralen die Disposition erleichtern - und den Kunden im Idealfall den maßgeschneiderten Wagen schicken.

Der Dantronik-Firmensitz Fahrensodde verdankt seine Existenz übrigens einem anderen Technologiesprung - vor fast 100 Jahren. Im Jahr 1915, berichtet Hartmann, sei hier ein Stück Berg ins Meer geschoben worden. Es entstand eine Flugzeughalle, in der Wasserflugzeugpiloten für den Krieg ausgebildet werden sollten.

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erstellt am 30.Mai.2012 | 06:57 Uhr

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